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„Lokalhelden“

von Clara Dupper

Alkohol, Kiffen, Beziehungsprobleme, der ganz normale Schulwahnsinn – davon erzählt Jörg Harlan Rohleder humorvoll in seinem Roman „Lokalhelden“.

Enni, Brownsen, Wolle und Schmall, das sind die Hauptpersonen des Romans „Lokalhelden“. Rohleder schreibt aus der Sicht des Schmall, dem Ich-Erzähler, über das Erwachsenwerden der vier Schüler. Die Geschichte spielt in den Neunziger Jahren in Echterdingen bei Stuttgart. Saufgelage, die schon mit vierzehn Jahren veranstaltet werden, illegale Partyveranstaltungen, kiffen, verliebt sein und die erste Liebe sind nur einige Themen, über die Rohleder schreibt. Zum Erwachsenwerden gehören aber auch Auseinandersetzungen zu Hause und Probleme in der Schule. Dem Autoren gelingt es die jeweilige Situation durch das Einbinden von Songnamen, wie „I’m a liar“ von Henry Rollins, passend auszudrücken. Zu diesem Titel schreibt er beispielsweise über Schmall „Ich bin auch ein Lügner, ein ausgesprochen begabter.“ Auch geschichtliche Ereignisse oder Dinge, die zu dieser Zeit passiert sind, lässt Rohleder miteinfließen. So auch den Tod des Sängers Kurt Cobain im Jahre 1994. Fernsehsendungen auf MTV, die neuesten Filme und Künstler: Er baut sie alle ein und findet einen Übergang zu den vier Hauptpersonen.

„Lokalhelden“ erzählt eine fesselnde Geschichte, in der es den Hauptpersonen leider nicht gelingt sich aus ihrer Heimatstadt zu lösen und die weite Welt zu erkunden. Der in einfacher und humorvoller Sprache geschriebene Roman ist gut zu verstehen und überzeugend realistisch.

(Rohleder, Jörg Harlan. Lokalhelden. Piper, August 2010)

14 Dezember, 2010 Kein Kommentar

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