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„Ich will eine Rock’n’Roll-Band gründen.“

von Sanja Döttling

Ein Film über die Welt von John Lennon und Paul McCartney vor den Beatles.

„Ich will eine Rock’n’Roll-Band gründen.“, erklärt der selbstsichere, 17-jährige John auf dem Jungsklo seiner Schule und bestimmt wahllos Mitglieder, die teilweise nicht einmal ein Instrument beherrschen. Das ist der Anfang einer großen Karriere.

Der Film erzählt nur, was geschieht, bevor John Lennon mit den Beatles berühmt wird. Schon die ersten Minuten fesseln, weil sie zeigen, wie nah Trauer und Witz beieinanderliegen. Denn nach einem kurzen, leichten Einstieg folgt gleich der erste Schock: Der Tod von Johns Onkel, zu dem er stets eine gute Beziehung hatte.

Doch kaum ist das eine Familienmitglied unter der Erde, tritt ein bis dahin unbekanntes in sein Leben: Johns Mutter, die die ganze Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft lebte. Dennoch wuchs John bei Tante und Onkel auf. Das baut Spannung auf, da sich der Zuschauer fragt, warum John nicht bei seiner Mutter aufwächst.

Sie selbst wirft allerdings auch Fragen auf, da sie komisch wirkt, ohne dass ihre Verrücktheit an einer eindeutigen psychologischen Diagnose festzumachen ist. Denn solche Diagnosen gab es zur Handlungszeit des Films noch nicht. So weiß der Zuschauer nie, was genau mit ihr los ist und kann sich kaum einen Reim darauf machen.

Durch den Kontrast zwischen der Rock’n’Roll begeisterten, seltsamen Mutter und der konservativen, ordentlichen Tante ist die gesellschaftliche Spannung der Zeit greifbar. … weiterlesen

20 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Filmeschauen an langen Abenden

von Alexander Schmitz

Foto: "Katja Jakob" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Die Tage werden kürzer, draußen ist es kalt und es macht keinen Spaß ins Freie zu gehen. Filme zu schauen, alleine oder mit Freunden auf dem heimischen Sofa, ist in dieser Jahreszeit beliebt. Eine Filmauswahl für diesen Herbst.

Für immer Shrek

Von dem Wunsch getrieben wieder ein wahrer, wilder Oger zu sein, unterzeichnet Shrek einen Vertrag des hinterlistigen Zauberers Rumpelstilzchen. Dadurch landet er in einem Paralleluniversum der Märchenwelt „Weit, weit, weg“, in dem Rumpelstilzchen König ist und Oger gejagt werden. Auch seine Frau Fiona hat er hier noch nicht kennengelernt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, in der Shrek seine Freunde retten und den unterzeichneten Vertrag annullieren muss.

Für immer Shrek ist der vierte und letzte Teil der bekannten Animationsfilmreihe. Sein eigenwilliger Humor ist, wie auch schon bei den Vorgängern, nicht jedermanns Sache. Trotzdem unterhält der amüsante Familienfilm, auch wenn er nicht ganz an seine Vorgänger herankommt. … weiterlesen

25 November, 2010 Kein Kommentar

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

von Kevin Weber

Hermine Granger löscht die Erinnerungen ihrer Eltern, Severus Snape verrät Harry Potter und der Erste des Ordens des Phönix stirbt beim Versuch, den „Auserwählten“ zu seinem neuen Unterschlupf zu bringen.

Gleich zu Beginn jagt Schlag auf Schlag ein Ereignis das andere. Diejenigen, die das Buch nicht gelesen haben, könnten an manchen Stellen des Films ein wenig überfordert sein, dem roten Faden der Handlung zu folgen. Von der netten Familienfilm-Atmosphäre zum Auftakt der „Harry Potter“-Reihe mit dem „Stein der Weisen“ ist nicht viel geblieben. „Dunkle Magie“, Gewalt, Tod und Liebe dominieren spätere Kinofilme. Doch eines unterscheidet den neuesten Film von den vorherigen besonders: Aufgrund der langen Spielzeit von über 145 Minuten werden die Inhalte des siebten Bandes von Joanne K. Rowling recht detailgetreu wiedergegeben. Dennoch wird beispielsweise auf die Vergangenheit von Albus Dumbledore nicht näher eingegangen.

„Warner Bros. Pictures hat sich entschlossen, ‚Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – 1‘ in 2D zu starten, weil die 3D-Version bis zum Starttermin nicht komplett zur Verfügung steht“, schreibt Warner Bros. Pictures in einer Pressemitteilung, warum der Film nicht in 3D erscheint.

Ursprünglich sollte der Film mit der immer beliebter werdenden 3D-Technik in die Kinos kommen. Aus dem 3D-Wunder ist leider nichts geworden, was jedoch nicht schadet, denn die prima umgesetzte 2D-Version fasziniert die Zuschauer trotzdem. … weiterlesen

21 November, 2010 2 Kommentare

Mannigfaches Kulturleben

von Alexander Schmitz

Foto: LIFT/Ronny Schönebaum

Über 70 Veranstaltungsorte haben am Samstag Besuchern der stuttgartnacht ein vielfältiges Kulturerlebnis geboten. Ob Tanz, Party, Film, Theater, Lesung oder Führung, für jeden war etwas dabei. Sieben Stunden lang lud Stuttgarts Kulturszene zu Entdeckungen ein.

Rhythmische Klänge von Berimbau, Trommeln und endloser Gesang im Erdgeschoss des Stuttgarter Rathauses: Capoeiristas der Gruppe Arte National des Vereins brasilianischer Kulturen Stuttgart präsentierten artistisch den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Afro-kolumbische Folklore in Tanz und Gesang zeigte das Ensemble Tambora im vierten Obergeschoss; dieses Jahr das erste Mal begleitet von der Livemusik der Band Manduco. Interessierte Besucher konnten sich von der argentinischen Karikaturistin Marlene Pohle porträtieren lassen.

Im Plenarsaal des Landtags konnte der stuttgartnacht-Besucher anstatt politischer Debatten Werbespots unter dem Motto „Werbefilm – in und um Baden-Württemberg“ verfolgen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg spielte eine Mischung aus aktuellen Werbespots und historischem Filmmaterial. Entlang der 136 Meter langen Installation „Stuttgarter Weg“ des Bildhauers Robert Schad, die normalerweise die Mitglieder des Landtags auf ihrem Weg zum Abgeordnetenhaus nutzen, konnten am Samstag auch Besucher gehen. … weiterlesen

24 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Auf der Suche nach den Abgründen unserer Seele – ein Familiendrama

von Jessica Christian

Winter in den bayerischen Alpen. Mitten zwischen Eis und Felsen trägt ein junger Mann seine gehbehinderte Freundin den Berg hinauf. Das Knirschen des Schnees ist zu hören, das angestrengte Atmen, das Geräusch der aneinander reibenden Kleidung. Keine Musik. Kommentar- und manipulationslos beginnt Florian Eichinger sein Spielfilmdebüt „Bergfest“.

Bereits in dieser kurzen Einstiegsszene spiegelt sich der Charakter des Films wieder. Er lebt von den Aufnahmen, den Schauspielern und einer Spannung, die ohne übertriebene Hintergrundmusik entsteht. Ein Film, der fesselt, den Zuschauer aber nicht an der Leine führt. Psychologisch exakt analysiert, erzählt er die Geschichte des jungen Schauspielers Hannes, der mit seiner Verlobten Ann ein Wochenende in der familieneigenen Berghütte verbringen möchte. Womit er nicht rechnet: Sein Vater Hans-Gert ist bereits dort, zusammen mit seiner 19-jährigen Freundin Lavinia. Es ist das erste Zusammentreffen der beiden seit mehr als acht Jahren und der erste Versuch eine erneute Vater-Sohn-Beziehung aufzubauen. Doch nicht nur die Beziehung zwischen Hannes und Hans-Gert muss gerettet werden. Ann fühlt die unterdrückte Traurigkeit ihres Verlobten und will endlich die Wahrheit wissen über ihn und seinen Vater. Als Hannes dazu nicht bereit ist, kommt es schließlich zum Zerwürfnis zwischen ihnen. … weiterlesen

8 Juli, 2010 Kein Kommentar

Eine Liebeserklärung an Paris

von Stefanie Gengenbach

Etliche Kinofilme spielen in der Stadt der Liebe, in Paris. Doch nun ist aus der ewigen Kulisse das Sujet des Episodenfilms „Paris, je t‘aime“ geworden

Der Titel „Paris, je t‘aime“ steht bildhaft für den Inhalt der 18 Kurzfilme: Allesamt sind sie kleine Liebeserklärungen an Paris. Trotzdem bedient der Film selten gängige Klischees. Internationale Regisseure – unter ihnen die Brüder Coen und Jean-Luc Godard sowie Gérard Dépardieu – nehmen ihr Publikum mit in neue Welten. … weiterlesen

15 März, 2010 Kein Kommentar

Ein Leben vor der Kamera

von Ann-Kathrin Freude

Berühmt wurde Romy Schneider als Sissi. Doch ihre Rollen waren wie ihr Leben: unglaublich facettenreich. Das zeigt nun auch die Ausstellung „Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris.“

Sie zog die Zuschauer in ihren Bann, obwohl sie nie eine Schauspielschule besucht hatte: Als junge Kaiserin Elisabeth, als verführerische Frau in „La Piscine“ (Der Swimmingpool) oder als Opfer in „Mado”. Rommy Schneider war eine der bedeutendsten Schauspielerinnen Europas, durch die Sissi-Trilogie und während ihrer Zeit in Frankreich erlangte sie Weltruhm. Seit ihrem 15. Lebensjahr stand sie für 69 Filme vor der Kamera. Sie drehte mit fast allen großen Regisseuren und Schauspielern der 1970er Jahre und ihre modischen Akzente beeinflussten den Kleidungsstil ihrer Generation.

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14 März, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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