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Helmut Newton’s Illustrated

von Alexander Schmitz

Sex, Power und Beauty – Einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts war Helmut Newton. Seine besten Aufnahmen zeigte der gebürtige Berliner in vier Ausgaben seines eigenen Magazins, Helmut Newton’s Illustrated, die zwischen 1985 und 1995 erschienen.

Das Magazin ist der ihrerseits im Fotojournalismus bahnbrechenden Berliner Illustrirten Zeitung der zwanziger und dreißiger Jahre nachempfunden. Helmut Newton präsentiert in diesem, seinem Spätwerk eine provozierende Mischung aus Aktaufnahmen, Fotojournalismus und Porträts. Im Jahr 2000 fasste Newton die vier Ausgaben zu einem Sonderband zusammen.

N° 1 – Sex & Power

Ausgabe eins widmet sich Berühmtheiten, die ihre persönlichen Fantasien umsetzen und der Welt zeigen. Die Society-Porträts zeigen beispielsweise Karl Lagerfeld, David Bowie, Mickey Rourke oder Hugh Hefner mit Freundin Carrie Leigh. … weiterlesen

18 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Das ist KeinBuch!

von Franziska Kelb

Foto: Franziska Kelb

Eine Anleitung zum Kreativ sein in 86 Schritten

Gegen die Wand werfen? Als Handtuch benutzen? Essen und Trinken hinein schütten? Das sind alles Dinge, die man nicht mit einem Buch tun sollte. Ob Schulbücher, Lexika oder der Lieblingsroman, meistens wird penibel darauf geachtet, dass das Buch sauber und ordentlich bleibt.

Das alles gilt nicht für das KeinBuch. Es stellt dem Besitzer 86 kleine und große Aufgaben, was man mit dem Buch alles tun kann. Es soll die Kreativität fördern und die Angst vor dem ‚weißen Blatt‘ schmälern. Zudem sieht es, nachdem man alle Aufgaben erledigt hat, bei jedem Benutzer individuell aus.

Als ich mein KeinBuch endlich vom Postboten geliefert bekam, konnte ich es kaum abwarten es zu benutzen. Die erste Aufgabe schien noch recht leicht: Den Buchrücken verknicken, das habe ich auch schon mit diversen Schullektüren geschafft. Doch neben solchen einfachen Aufgaben, wie zum Beispiel den Umschlag zu bekritzeln oder es eine Nacht unter mein Kopfkissen zu legen, hatte ich bei manchen Aufgaben Mitleid mit dem armen Buch. Ich sollte eine Seite als Handtuch benutzen, einer anderen etwas von meinem Essen abgeben. Eine Nacht lang hing es einsam an einem Baum, eine weitere Seite wurde von meinem besten Freund zerstört. … weiterlesen

26 November, 2010 Kein Kommentar

Schlimmer als Facebook

von Miriam Kumpf

Erschaffen ist Zerstören“ lautet das Credo des „Mach dieses Buch fertig“-Buchs. NOIR Autorin Miriam Kumpf ist bisher immer sorgsam mit Büchern umgegangen und hat anfangs Schwierigkeiten damit, ein Buch zu zerstören.

Tag 1

Für den Anfang suche ist mir etwas Einfaches aus: „Versehe diese Seite mit einem Geruch deiner Wahl.“ Ich sprühe mein Parfüm auf die Seite. Dabei fällt mir auf, dass „Geruch deiner Wahl“ nicht bedeutet, dass es ein guter Geruch sein muss. Wahrscheinlich war ich zu nett zum Buch. Aber heute ist der erste Tag.

Tag 2

Idee: Buch wird als Gästebuch verwendet. Jeder der mich besuchen kommt, muss eine Seite verunstalten. Meine Schwester macht den Anfang. „Soll ich da jetzt wirklich reinspucken?“, fragt sie skeptisch. „Wenn es da steht …“, lautet meine Antwort. Meine Schwester zögert noch kurz, bevor sie die Anweisung auf der Buchseite befolgt.

Tag 4

Ich bin gefrustet von der Wohnungssuche! Küche und Bad sollten schon zwei getrennte Räume sein. Ich würde meinen Frust gerne am Buch auslassen, dafür ist es ja da. Ich erinnere mich an eine Seite, auf der man sich abregen konnte. Leider finde ich sie auf die Schnelle nicht. Aber auch das Durchblättern wirkt meditativ. Stattdessen male ich meine Hand ab. Das beruhigt. … weiterlesen

28 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Mannigfaches Kulturleben

von Alexander Schmitz

Foto: LIFT/Ronny Schönebaum

Über 70 Veranstaltungsorte haben am Samstag Besuchern der stuttgartnacht ein vielfältiges Kulturerlebnis geboten. Ob Tanz, Party, Film, Theater, Lesung oder Führung, für jeden war etwas dabei. Sieben Stunden lang lud Stuttgarts Kulturszene zu Entdeckungen ein.

Rhythmische Klänge von Berimbau, Trommeln und endloser Gesang im Erdgeschoss des Stuttgarter Rathauses: Capoeiristas der Gruppe Arte National des Vereins brasilianischer Kulturen Stuttgart präsentierten artistisch den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Afro-kolumbische Folklore in Tanz und Gesang zeigte das Ensemble Tambora im vierten Obergeschoss; dieses Jahr das erste Mal begleitet von der Livemusik der Band Manduco. Interessierte Besucher konnten sich von der argentinischen Karikaturistin Marlene Pohle porträtieren lassen.

Im Plenarsaal des Landtags konnte der stuttgartnacht-Besucher anstatt politischer Debatten Werbespots unter dem Motto „Werbefilm – in und um Baden-Württemberg“ verfolgen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg spielte eine Mischung aus aktuellen Werbespots und historischem Filmmaterial. Entlang der 136 Meter langen Installation „Stuttgarter Weg“ des Bildhauers Robert Schad, die normalerweise die Mitglieder des Landtags auf ihrem Weg zum Abgeordnetenhaus nutzen, konnten am Samstag auch Besucher gehen. … weiterlesen

24 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Style Diaries

von Alexander Schmitz

Modeblogs zeigen auf dem größten Catwalk, dem Internet, was auf der Straße getragen wird und diskutieren die neuste Haute Couture und Prêt-à-porter. Anfangs von der Modebranche belächelt,  sitzen Modeblogger inzwischen bei Modenschauen in der ersten Reihe. 44 junge Blogger stellt das Buch „Style Diaries“ vor.

Modetrends wurden früher in den Modehochburgen Paris, Mailand und New York erschaffen; von den Laufstegen und Trends berichteten Hochglanzmagazine. Doch die Modewelt hat sich gewandelt: Junge Modeinteressierte erstellen Blogs, laden dort Fotos von ungewöhnlichen Kleidern und einzigartigem Stil hoch und diskutieren darüber, sowie über die neuen Kollektionen der Modehäuser. Weltweit können sich so Modeaffine unabhängig austauschen. Diese Entwicklung nennt die Autorin des Buches Simone Werle „Demokratisierung der Mode“.

„The ingredients to this revolution in clothing are rather simple. A blog, a camera, and a healthy dose of personal style have proven to be more than enough for the democratization of fashion”, Simone Werle

„Style Diaries“ stellt Modeblogger von Berlin bis Tokio vor. Die Street-Style-Fotos des Bildbandes zeigen innovative Outfits und regen dazu an, über seinen eigenen Kleidungsstil nachzudenken.

Zu empfehlen ist es denjenigen, die gerne ein Buch in der Hand halten und eine Fashionblog-Zusammenstellung suchen.  Teilweise vier Bilder auf einer Seite von 13 mal 19 Zentimeter sind etwas klein. Ob allerdings ein Buch zu einem Thema, das so schnelllebig wie Mode und Blogs ist, sinnvoll ist, sei dahingestellt. Wer sich ausführlicher dafür interessiert, klickt sich ausgehend von Webseiten wie Stil in Berlin oder Les Mads durch die in der Blogroll aufgelisteten Fashionblogs.

(Werle, Simone: Style Diaries. Prestel, September 2010)

19 Oktober, 2010 1 Kommentar

Venedig liegt in Ludwigsburg

von Alexander Schmitz

Foto: Alexander Schmitz

Masken, Kostüme und ein umfangreiches Kulturprogramm – am Freitag hat in Ludwigsburg die zehnte Venezianische Messe begonnen. Noch bis Sonntag gibt es auf dem Marktplatz mannigfache Verkleidungen, Akrobatik- und Feuershows, Tanz und Gesang sowie mediterrane Gastronomie.

Den Auftakt des Festivals bildete am Freitag eine Künstlerprozession mit rund 1000 Masken- und Kostümträgern aus dem In- und Ausland. Goldbestickte und pompöse Gewänder, aber auch barock und futuristisch gestaltete, ließen die Zuschauer staunen.

30 nationale und internationale Künstler treten von Freitag bis Samstag auf zehn Spielflächen auf. Geboten werden Stelzperformances, Musik- und Tanzvorführungen, Figurentheater und Commedia dell’Arte. Für Aufsehen sorgte die Performance DUNDU’n SPHERE: Die fünf Meter große Figur DUNDU, bekannt von einer Stuttgart 21 Kundgebung oder der Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin, trifft auf ein wandelbares Luftobjekt des Künstlers Frank Fierke.

Neben dem Kulturprogramm bieten Händler venezianische  Masken und Stoffe, Muranoglas und Goldschmiedearbeiten an. … weiterlesen

11 September, 2010 Kein Kommentar

Künstler, die man kennen sollte

von Alexander Schmitz

Kunst ist alltäglich. Ob die Medien darüber berichten oder ob sie im öffentlichen Raum ausgestellt ist. Kunst begegnet uns vielerorts. Das Problem dabei: Oft können wir sie nicht richtig einordnen.

Abhilfe schafft das Buch „50 moderne Künstler, die man kennen sollte“. Es stellt bedeutende Künstler der Moderne vor. So werden dem Leser Einblicke in die Kunst der vergangenen zwei Jahrhunderte gewährt. Von James McNeill Whistler, Ernst Ludwig Kirchner und Louise Bourgeois bis zu Matthew Barney zeigt das Buch anschaulich den Weg in die Moderne. Es werden Künstlergrößen wie Edvard Munch, Jackson Pollock und Andy Warhol porträtiert, die auch dem Laien ein Begriff sind. Aber auch weniger bekannte Künstler werden vorgestellt.

Präsentiert werden die einzelnen Künstler durch knappe, informative Texte. Auf 150 farbigen Abbildungen lassen sich die modernen Werke betrachten. Besonders hilfreich ist die Zeitleiste an der Oberkante des Buches. Sie liefert geschichtliches Hintergrundwissen, um den Künstler historisch einzuordnen und ihn mit jeweils zwei anderen Künstlern zu vergleichen.

Zu empfehlen ist das Buch jedem, der sich für Kunst interessiert und sein Wissen erweitern möchte. Es ist eine übersichtliche Zusammenstellung wichtiger moderner Künstler, die man gut zum Nachschlagen verwenden kann .

(Weidmann, Christiane: 50 Moderne Künstler, die man kennen sollte. Prestel, August 2010)

17 August, 2010 Kein Kommentar

Zwischenwelten

von Stefan Franke

"Schnappschuss." - Foto: "Tobias Mittmann" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

„Bipolare affektive Störung“, hinter diesem medizinischen Begriff verbirgt sich ein Jugendfotos Mitglied der besonderen Art.

Tobias Mittmann, dieser Name ist nicht jedem ein Begriff unter den Jugendfotos.de Usern. Denn besonders sein Nickname stellt eine wunderbare Reflexion zu seinen Fotografien dar. Dabei stehen seine Arbeitsweisen hinter dem Konzept der heutigen, jugendlichen Kreativität und Arbeitsweise. Digitale Mittel werden keineswegs gescheut, sondern ausgereizt und mit hohem Detailreichtum genutzt. Bildideen, welche oft plakativ gestaltet werden und bewusst dazu auffordern, interpretiert zu werden, zeichnen Tobias Mittmann aus.

Zwischen der digitalen, surrealen und der realistischen Welt, liegt eine unterbewusste Zwischenwelt. Welten, die sich in den Arbeiten von Tobias wiederfinden. Doch, was ist dort? Verspielt und witzig wirken viele der Arbeiten und doch tragen sie einen bitteren Beigeschmack. Diese Welten zeigen auf latente Weise Wahrheiten des Alltages. Kleine und große. Hässliche und schöne.

Zwischen Manie und Depressivität liegt eine schmale Grenze. In den von Tobias geschaffenen Welten spielt sie eine wichtige Rolle. Lachen oder Ernsthaftigkeit? Die zentrale Frage in seinen Bildern, ist  die Brücke in unsere Welt. In unserem Alltag begegnen wir oft Dingen und Situationen, die wir nicht einschätzen können und die uns vor die Wahl stellen: Humor oder Humorlosigkeit. So gestaltet er Szenen, welche ungetrübte Wahrheiten zeigen. Wahrheiten, die wir alle kennen, aber oft nicht sehen können.

„ManischDepressiv“ nennt sich Tobias auf Jugendfotos.de, doch damit könnte er auch viele seiner Bilder betiteln. Er erschafft Welten, die uns für einen Moment zeigen, das zwischen Glück und Unglück, Freude und Leid, Zweisamkeit und Einsamkeit, Mensch und Natur, oft nicht mehr als eine Welt der Unsicherheit liegt. … weiterlesen

31 Juli, 2010 Kein Kommentar

Kunst auf Jugendfotos.de

von Stefan Franke

Foto: "Theresa Tietz" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Prolog

Wusstest du eigentlich, das es Jugendfotos.de schon seit 5 Jahren gibt?
Aus ganz Deutschland treffen sich hunderte, junge Fotografen aus Deutschland, um das zu zeigen, was aus ihren Kameras kommt.
Das war nicht immer so: Jugendfotos.de entstand aus der Idee heraus,  Schreiberlingen und Redakteuren eine Plattform für journalistisches Bildmaterial zu geben. Unter diesem Leitgedanken steht Jugendfotos auch heute noch.

Doch etwas hat sich längst verändert. Die Fotografien sind oft schwer journalistisch zu verwenden, weil sie in hohem Maße subjektiv sind. Subjektivität, die es schwer macht, die vielen tausenden Bilder ein zu ordnen. Doch keinesfalls soll damit die Idee der Plattform in Frage gestellt werden. Vielmehr sollen diese Bilder, welche einen künstlerischen Ausdruck besitzen und nach einer gesellschaftlichen Reflektion suchen, hervorgehoben werden und den Raum bekommen, den sie verdienen.

„Kunst auf Jugendfotos.de“ richtet sich an Autoren mit künstlerischem Ansatz, subjektiven Deutungsweisen und Fotografien, die etwas mit sich tragen, was Interpretiert werden will.

31 Juli, 2010 Kein Kommentar

Turmbau zu Basel

von Andreas Hensler

Göttliche Pose und konservierte Wespen bei der Carpenters Gallery - Foto: Design Miami/Basel

Leicht verborgen, trotzdem sichtbar: Die Design Miami/Basel hat sich zwischen der Art Basel und Schweizer Gemütlichkeit eingenistet. Das „globale Forum für Design“, wie sich die Messe nennt, wagte sich 2010 mit einem pseudobiblischen Turm in den Himmel.

Florian Borkenhagen entwarf mit „Miami Babel“ eine biblische Globalisierungsinstallation – gebaut aus Kakaopaletten, jedes Stück mit seiner eigenen Geschichte. Obwohl er die ganze Welt in einem Turm vereint, ist dieser nicht hoch genug, um den Himmel zu grüßen. Der Turm ist die symbolische Treppe zwischen „Labor und Wohnzimmer“, zwischen „Ikea und Erfolg“ für die jungen Designer. … weiterlesen

25 Juni, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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