Letzte Artikel:

Die Stadt der verschwundenen Kinder

von Frank Greger

Eine Eiszeit formt die Erde zu einem trostlosen, kargen Ödland. Doch ein paar Menschen trotzen an einem Ort den widrigen Umständen.

Im Buch heißt dieser Ort Enklave, sozusagen eine Oase in der Wüste der Zukunft. Dort gibt es Nahrung, Wasser und Elektrizität im Überfluss für jene, die durch ihre Geburt zu den Privilegierten gehören. Alle anderen müssen vor den Toren der Enklave in dem Armutsviertel Wharfton leben. So auch die sechzehnjährige Gaia, die Protagonistin des Romans. Die Bewohner Wharftons werden von der Enklave mit dem Nötigsten versorgt, müssen aber im Gegenzug dafür jeden Monat die ersten drei Neugeborenen jeden Bezirks an die Bewohner der Enklave übergeben. Warum, das weiß außerhalb der Mauer niemand.

Gaia und ihre Mutter sind Hebammen und von Berufs wegen verpflichtet, die drei Neugeborenen den Privilegierten zu überreichen. Dieses Gesetz der Enklave befolgen sie jahrelang gewissenhaft bis Gaias Eltern – und damit beginnt die Geschichte des Romans – eines Tages verhaftet werden. Gaia ist besorgt, erfährt aber erst Wochen später von Derek, einem Bäcker, dem sie zufällig begegnet, dass ihre Eltern hingerichtet werden sollen. Mit Dereks Hilfe gelingt es ihr in die Enklave einzudringen, wo sie ihre Eltern suchen und befreien will. Dabei erkennt sie nach und nach immer mehr die Ungerechtigkeit und Grausamkeit des Systems. Auch erfährt sie, warum die Enklave Kinder von außerhalb benötigt.

Wenn auch das Zukunftsszenario nicht gerade durch seine Originalität überzeugt, so sah der Plot vielversprechend aus. Die Zutaten für eine unterhaltsame Geschichte sind vorhanden: eine ungerechte Gesellschaft, eine junge Rebellin, die Enklave, die als geheimnisvoller, verbotener Ort geschildert wird und natürlich auch eine Liebesgeschichte. Was die Autorin Caragh O’Brien allerdings daraus macht ist bestenfalls zweitklassig. … weiterlesen

23 Januar, 2011 Kein Kommentar

Ein Auto muss es nicht immer sein

von Sophie Rebmann

Ein Auto muss es nicht immer sein - Foto: Sophie Rebmann

12 Januar, 2011 Kein Kommentar

Layout-Workshop Fortgeschrittene: Making-of

von Stefan Neubert

Making-of eines Artikels - Grafik: Stefan Neubert

11 Januar, 2011 Kein Kommentar

CRANK – Ellen Hopkins

von Melanie Michalski

Was passiert, wenn du einen geliebten Mensch fast nicht wiedererkennst, als er aus dem Urlaub zurückkehrt? Was ist, wenn derjenige einem Stoff verfallen ist, der ihn in einen anderen Menschen verwandelt hat? Wie ist das Leben eines Süchtigen? Und gibt es einen Ausweg aus den Klauen des Monsters? Diese Fragen beantwortet Ellen Hopkins in ihrem neuen Roman „Crank“ – einem Buch, das keine Tabus kennt.

Kristina Georgia Snow ist 17 Jahre alt und das, was man unter einem braven, wohlerzogenen Mädchen versteht. Sie ist eine vielversprechende Schülerin, eine gute Schwester, die perfekte Tochter. Kurz: Man müsste denken, dass in Kristinas Leben alles glatt läuft. So sieht es jedenfalls nach außen hin aus, doch in Kristinas Innerem brodelt es vor sich hin. Seit ihre Mutter Scott als neuen Freund hat, fühlt sie sich überflüssig, abgeschoben. Deswegen sagt sie auch sofort zu, als ihr Vater aus Reno anruft und sie für drei Wochen zu sich einlädt, was das erste Telefonat seit vielen Jahren zwischen ihren Eltern ist.

Doch Kristinas Kindheitswunsch, wieder Daddys Prinzessin in seinem wunderbaren Märchenschloss zu sein, geht nicht in Erfüllung. Vielmehr stellt sich heraus, dass die Gegend, in der ihr Vater wohnt, heruntergekommen ist und er selbst ist es auch: Er raucht, nimmt Drogen und arbeitet schwarz auf einer schmuddeligen Bowlingbahn, in deren Hinterräumen die Gäste zusammen Drogen konsumieren. Und dann ist da natürlich noch Adam alias Buddy, der eine Freundin hat und – wie alle anderen – Drogen nimmt. Adam: Durchtrainierter Körper, sonnengebräunt und einfach unwiderstehlich gutaussehend. Kurz: Überhaupt nicht der Typ Mensch, mit dem Kristina sich normalerweise abgeben würde. Doch plötzlich taucht da dieses neue Ich in Kristina auf, das sie insgeheim Bree nennt. Es macht sie mutig, es macht sie stark. Bree ist so etwas wie ihre böse Hälfte und hat sich schon viel zu lange im Dunkeln gehalten. Zusammen mit Bree und Adam nimmt Kristina auch zum ersten Mal die Droge Crank, die schon bald ihr Leben bestimmt. Denn als sie nach Hause zurückkommt ist nichts mehr wie zuvor und das Monster – wie sie Crank nur nennt – zieht Kristina immer weiter nach unten.

Crank ist ein fesselnder Roman, der eine Geschichte erzählt, die zwar fiktiv ist, aber auf einer wahren Begebenheit beruht. Das Besondere an dem Buch ist, dass es über 500 Seiten hinweg in freien Versen geschrieben ist und das sehr abwechslungsreich, sodass jede Seite ein kleines Kunstwerk für sich ist. Mal reimt es sich, mal reimt es sich nicht, mal sind alle Wörter durcheinander, mal hat das Ganze eine geordnete Form – wie der Inhalt eben auch. Gemeinsam mit Kristina wird der Leser in einen Strudel von Ereignissen gezogen, den er am liebsten irgendwie stoppen würde, doch der Weg aus der Sucht ist sehr steinig und schwer. Die Sucht – beschrieben aus der Sicht einer Süchtigen. … weiterlesen

10 Januar, 2011 Kein Kommentar

Die JMT-Sanitäter zeigen ihr Können

von Fabian Hellgardt
7 Januar, 2011 Kein Kommentar

Zahnarzt in Bosnien

von Sophie Rebamann

Foto: "Ben Foertsch" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nd)

Letztes Wochenende wurde ich zur Schmerzmittelfreundin. Mein vorderster rechter, oberer Zahn gab schon Donnerstagabend leichte Schmerzsignale von sich, die ich ignorierte, um Freitagabends vor Schmerzen kaum einschlafen zu können. Obwohl in Banja Luka jeder zweite Bäckerladen fast 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche offen hat, war jede private Zahnarztpraxis Samstags geschlossen.

Die Notfalllösung wäre das Krankenhaus gewesen, in dem die öffentlichen Zahnärzte ansässig sind. „Aber geh da nicht hin! Das Einzige was sie da tun, ist dir den Zahn ziehen und fertig“, meinte Jelena, ein Mädchen meines Alters, das mir gegen Nachmittag starke und eigentlich rezeptpflichtige Tabletten vorbeibrachte. Ich glaubte das sofort, nach dem Blick auf das Lächeln einiger Menschen hier.

Auch durch Beziehungen (die hier normalerweise Wunder wirken) ließ sich die Wartezeit auf Sonntag verkürzen. Aus der Ferne stellte meine Zahnärztin in Deutschland die Diagnose, dass der Zahn wohl abgestorben war – ich habe ihm wohl über die Jahre zu viel zugemutet. Als kleines Mädchen fiel ich mir bei Nachbarschaftstollereien darauf, der Aufprall verkleinerte ihn um die Hälfte. Die rettenden Hände der Zahnärztin klebte ihm noch am gleichen Tag eine Ersatz-Zahnmasse an um ihn in Form zu bringen, bis zu dem Tag, an dem ich einen Köpfer im Freibad zu tief nahm, ihn wieder abschlug und wieder neu zukleben ließ. Jetzt sei er abgestorben, meinte die Ärztin. „Auf ein Ultraschallbild bestehen, schauen, ob eine dunklere Einfärbung zu sehen ist als bei den anderen, dann von hinten aufbohren lassen, Eiter abfließen lassen, ausspülen und Medikamente einfüllen.“, hieß es. „Lass dir den Zahn ja nicht ziehen!“, schärften mir auch meine Eltern ein und so zog ich einiges an Pillen und unschönen Schmerzen später begleitet von meinem Chef am Montagmorgen zu einer Praxis in den Kampf um meinen Zahn, so schien mir. Noch zuvor hatte mir ein Deutscher, der sich ebenfalls in Bosnien aufhält gewünscht „Ich hoffe für Sie, dass es beim Zahnarzt nicht allzu schmerzvoll abgeht.“ Eine gute Aufmunterung! Auch die Bekannten meiner Eltern bedauerten mich sehr, in Bosnien zum Arzt gehen zu müssen.

Eine Patientenaufnahme gab es nicht, von dem kleinen bestuhlten Flur landeten wir direkt im Behandlungszimmer in dem auf engstem Raum zwei Patientenstühle untergebracht waren. Zwei Zahnärztinnen bohrten an zwei Patientinnen während sich zwei weitere Zahnarztassistentinnen durch den Raum zwängten. Meinen skeptischen Blick hellte das deutschsprachige Plakat auf, auf dem alle möglichen Zahnerkrankungen abgebildet waren und das ich von der Praxis in Deutschland kannte. Auch die Mitgeb-Zahnbürsten auf einem Ständer im Ecke des Raumes waren „Swiss Toothbrushes“ – „Viel schlimmer als in Deutschland wird es hier sicher nicht zugehen“, dachte ich mir. … weiterlesen

4 Januar, 2011 1 Kommentar

Kachelmann-Prozess: Eine Bilanz

von Julien Ferrat

Medienrummel im Kachelmann-Prozessl - Foto: Julien Ferrat

Ursprünglich sollte kurz vor Weihnachten am 21. Dezember das Urteil im Kachelmann-Prozess gesprochen werden. Doch daraus wurde nichts. Die Urteilsverkündung wurde zum zweiten Mal verschoben und wird nun für den 31. März erwartet. Seit knapp vier Monaten wird inzwischen im Saal 1 des Landgerichts Mannheim nach der Wahrheit gesucht.

Länger als 20 Stunden hat die Ex-Geliebte Claudia D. unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht ausgesagt. Dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, ist in diesem Prozess keine Seltenheit. Ähnlich wie im Spielfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ wiederholt sich immer wieder erneut derselbe Ablauf. Jemand beantragt den Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Richter und Schöffen ziehen sich zur Beratung zurück. Nach einer rund 10-minütigen Verhandlungsunterbrechung verkündet der Vorsitzende Richter Michael Seidling seine stets gleiche Entscheidung in fast dem selben Wortlaut: „Für die weitere Vernehmung wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, da Umstände aus dem persönlichen und intimen Lebensbereich der Zeugin und des Angeklagten zur Sprache kommen deren Schutz das Interesse der Öffentlichkeit deutlich überwiegt.“ Die Journalisten und Zuschauer werden des Raumes verwiesen, Polizeibeamte durchsuchen den Gerichtssaal nach Wanzen und Abhörgeräten. Das öffentliche Interesse nimmt folglich kontinuierlich ab. Am zwölften Verhandlungstag sind nur noch zwei Zuschauer im Publikum, ehe der Ausschluss der Öffentlichkeit verkündet wird. In den Prozess wird kaum Einblick gewährt, umso wichtiger erscheinen die öffentlichen Statements der Prozessbeteiligten. Die Bewertungen könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein. Kachelmann-Anwalt Reinhard Birkenstock verkündet: „Mit jeder Stunde, die die Vernehmung andauert, werde ich zuversichtlicher“. Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge kann darauf angesprochen nur lachen: „Ich halte das für Wunschdenken.“ … weiterlesen

3 Januar, 2011 Kein Kommentar

Stuttgart für Stuttgarter

von Alexander Schmitz

Welche Bars, Clubs und Kneipen sind angesagt, wo in Stuttgart feiern? Welche Küche verführt am besten und wo wird ein Shoppingerlebnis geboten? Der Marco Polo Cityguide Stuttgart für Stuttgarter 2011 enthält über 500 Adressen mit Empfehlungen und Insider-Tipps.

Unbekanntes, geheimnisvolles Stuttgart, du überraschst einen immer wieder. Ob Kunst, Kultur & Events, Essen & Trinken, Shopping, Spaß für Kinder, Ausgehen oder Wellness & Sport, die Stadt hat einiges zu bieten und neu zu entdecken.

Aus den zahlreichen Adressen sind Insider-Tipps, Highlights, Neues, sowie Ökologisches hervorgehoben.

Restaurants sind in den Bereichen Essen, Service und Ambiente in vier Schritten von weniger gut bis sehr gut bewertet. Eingeteilt sind sie in drei Preiskategorien, bis zu zehn Euro, zwischen zehn und zwanzig Euro, sowie mehr als zwanzig Euro.

Hilfreich für eine kulturelle, kulinarische Tour durch Stuttgart oder einfach nur zum Shoppen ist der integrierte Cityatlas, in den alles rund ums Essen & Trinken eingezeichnet ist. … weiterlesen

2 Januar, 2011 3 Kommentare

Impressionen von den Jugendmedientagen 2010

von Xenia Artho
23 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Futuristische Klänge

von Alexander Schmitz

Einen spannungsgeladen, schwebenden Soundtrack hat das französische Houseduo Daft Punk dem Science-Fiction-Film Tron: Legacy verpasst.

Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo, die sich hinter Daft Punk verbergen, komponierten den Soundtrack der Neuverfilmung von Tron aus den achtziger Jahren.

Die 22 spannungsgeladenen und schwebenden elektronischen Musikstücke, teils auch dramatisch und bedrückend, passen zum futuristischen Science-Fiction-Setting von Tron.

Eines der besten und vor allem markantesten Stücke des Soundtracks ist Derezzed. Einzelstücke des Albums hören sich allerdings zum Teil wie austauschbares, pompöses „Hollywoodallerleigedudel“ an, das auch von einem anderen Komponisten oder aus einem anderen Film stammen könnte.

Als Gesamtwerk gesehen überzeugt der abwechslungsreiche Soundtrack jedoch und weckt die Neugier auf Tron: Legacy. In Deutschland läuft der Film im Januar 2011 in den Kinos an.

(Daft Punk. Tron: Legacy. EMI. Dezember 2010)

22 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

Facebook

Kategorien