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Reisen kompakt

von Alexander Schmitz

Städte- und Kurzreisen sind beliebt, besonders auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Doch ohne gute Planung übersieht der Reisende oftmals das Beste und nutzt seine knappe Zeit nicht optimal aus.

Neben den wichtigen Sehenswürdigkeiten gibt es in Städten kleine Höhepunkte, die nur eine Ecke weiter liegen. Um sie und den Puls der Stadt zu zeigen, hat die neue DuMont direkt-Reihe 15 „Direkt-Kapitel“. Sie gehen auf unauffällige und eher unbekannte Sehenswürdigkeiten ein, wie ein nettes Café oder eine schöne Boutique.

Praktisch sind in den „Direkt-Kapiteln“ wichtige Angaben zu Öffnungszeiten, Adressen, Webseiten und Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zur schnellen Orientierung helfen kleine Kartenausschnitte in den einzelnen Kapiteln, mit Markierungen der Sehenswürdigkeiten.

Neben den „Direkt-Kapiteln“ gibt es noch weitere Informationen, Ausflugsvorschläge, Tipps zum Übernachten, Essen und Trinken, Einkaufen und Ausgehen.

Eine Übersichtskarte in der Umschlagklappe und eine ausklappbare Stadtkarte ergänzen den Reiseführer sinnvoll. … weiterlesen

5 März, 2011 Kein Kommentar

Der Tod fragt nicht – „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“

von Melanie Michalski

Als Samantha Kingston an diesem Morgen aufwacht, zeigt ihr Handy das Datum des 14. Februars an Doch wie kann das sein, da erst gestern Valentinstag war? Wie kann es sein, dass sich der vergangene Tag noch einmal wiederholt – und mit ihm der schreckliche Autounfall, bei dem sie starb? Lauren Olivers Roman erinnert auf den ersten Blick entfernt an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ einen Filmklassiker aus den 90ern, auf den zweiten Blick erkennt der Leser jedoch, dass hinter dem Wahnsinnstitel des Buches viel mehr steckt, als nur das ständige Wiederholen eines einzigen Tages.

Am Morgen des eigentlichen Valentinstags ist Samantha Kingston, von ihren Freunden Sam genannt, aufgeregt. Sie kann es kaum erwarten, endlich zur Schule zu kommen – schließlich ist heute nicht nur der Tag der Liebe und der Rosen, sondern auch ihr großer Tag.

In der Schule verteilen Schüler Rosen an ihre Mitschüler und es wird klar, wer beliebt ist und wer nicht. Sam ist glücklich mit ihren neun Rosen: Von ihren besten Freundinnen Elody, Ally und Lindsay hat sie jeweils eine geschenkt bekommen und auch von Rob war eine dabei. Wenn da nicht das läppische „Hab dich lieb“ auf der beiliegenden Karte stünde. Rob, einer der beliebtesten Jungs an der ganzen Schule, Rob, mit dem sie zusammen ist. Und mit dem sie für diesen besonderen Tag ihr erstes Mal geplant hat.

Doch dann kommt alles anders: Als am Abend eine Party bei ihrem ehemaligem Schulfreund Kent stattfindet, betrinkt sich Rob so sehr, dass Sam nur noch genervt von ihm ist und lieber mit ihren ebenfalls betrunkenen Freundinnen nach Hause fährt. Rob bleibt allein zurück. Auf der Autofahrt verunglückt das Auto, danach ist alles schwarz. Wie in einem Traum fällt und fällt Sam und wacht dennoch wieder auf: Ihr Wecker zeigt das Datum des 14. Februars, Valentinstag und es ist Zeit zum Aufstehen, wenn sie noch rechtzeitig zur Schule kommen will. Eine Kette von aneinandergereihten Valentinstagen beginnt, die scheinbar kein Ende nimmt. … weiterlesen

25 Februar, 2011 Kein Kommentar

Doof it yourself

von Silke Brüggemann

Keine Macht der Volksverdummung! „Doof it yourself“ ist der Nachfolger des Bestsellers „Generation Doof“. In ihrem ersten Werk zeigten die Autoren Anne Weiss und Stefan Bonner, wie doof die Generation der heute „15-45-jährigen“ ist: Sie schauen in ihrer Freizeit lieber Furzwettbewerbe auf Youtube an und verabscheuen jegliche Bildung.

In ihrem zweiten Buch bieten Weiss und Bonner auf knapp 400 Seiten Strategien, damit auch „doofe“ Leser das Leben meistern können. Dazu kommen viele Interviews mit Experten und Promis. „Doof it yourself“ ist als umfassender Ratgeber für alle Lebenslagen gedacht: Bildung, Beruf, Medien, Liebe und Erziehung. Die Autoren haben sich damit ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, das sie aber nur durchschnittlich erfüllen.

Der Anfang von jedem Kapitel schürt die Hoffnung auf wertvolle Tipps, wodurch er den Leser zum Weiterlesen zwingt. Aber vergeblich: die meisten Tipps bleiben auf dem Niveau von: „Stelle keine Bilder ins Internet, die dich betrunken zeigen“ oder „Check Deine Hose auf Löcher vor jedem Bewerbungsgespräch“. … weiterlesen

31 Januar, 2011 Kein Kommentar

Die Kunst, kein Egoist zu sein

von Kevin Weber

Nach seinem Bestseller „Wer bin ich – und wenn ja wie viele?“ führt uns Richard David Precht erneut auf eine philosophische Reise. Er zeigt uns, ob und wie es möglich ist, in einer (un)moralischen Welt kein „Egoist“ zu sein und noch viel mehr.

Wir Menschen wollen alle nur „das Gute“. Doch was ist „das Gute“? Und wenn jeder gut sein will, warum gibt es in der Welt dennoch Mord und Totschlag? Ist vielleicht jeder Mensch nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht? Sind wir „Egoisten“? Was überhaupt ein „Egoist“ ist und andere Antworten auf endlose Fragen erhalten wir in Richard David Prechts neuem Buch „Die Kunst, kein Egoist zu sein“. Durch gekonntes Abwiegen von anschaulichen Beispielen, Experimenten, Lebensgeschichten und philosophischen Thesen findet Precht ein gutes Mittelmaß. Er ermöglicht selbst weniger Philosophie-Erfahrenen einen ausführlichen Blick über den Tellerrand hinaus. Leider gehört dazu eine ganze Menge Geduld und Durchhaltevermögen.

Sollen und Wollen, Sein und Zukunft

Das Buch besteht aus drei Teilen plus Einleitung und Anhang mit ausführlichem Quellen- und Personenregister. Jeder Teil beinhaltet mindestens zehn Kapitel.

Im ersten Teil werden grundlegende Dinge im Bezug auf moralisch „richtiges“ und „falsches“ Verhalten behandelt. Der nächste Teil befasst sich mit moralischem Verhalten in der Praxis. Ob das, was der Leser über Menschen und seine Verhaltensweisen erfahren hat richtig ist und wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt behandelt Richard David Precht zum Schluss.

Unkonventionelle Hippieaffen und ihre neidischen Artgenossen

Fließend sind die Übergänge zwischen den Kapiteln. So gelangt der Leser von Platons Idee des Guten zum Engländer Hobbes, der von Platons Idee nicht viel hält. Um viele Aspekte der Philosophie zu beleuchten, wirft der Autor mit Namen, Professoren, Universitäten und Zitaten um sich. Der Leser lernt nicht nur den Russen Kropotkin, den in Israel geborenen Nobelpreisträger Daniel Kahneman, den schottischen Anwaltssohn David Hume, den Franzosen René Descartes und Ludwig Wittgenstein aus Österreich kennen, sondern bekommt auch Einsichten in verschiedenste Lebensweisen und Kulturen. … weiterlesen

25 Januar, 2011 2 Kommentare

Die Stadt der verschwundenen Kinder

von Frank Greger

Eine Eiszeit formt die Erde zu einem trostlosen, kargen Ödland. Doch ein paar Menschen trotzen an einem Ort den widrigen Umständen.

Im Buch heißt dieser Ort Enklave, sozusagen eine Oase in der Wüste der Zukunft. Dort gibt es Nahrung, Wasser und Elektrizität im Überfluss für jene, die durch ihre Geburt zu den Privilegierten gehören. Alle anderen müssen vor den Toren der Enklave in dem Armutsviertel Wharfton leben. So auch die sechzehnjährige Gaia, die Protagonistin des Romans. Die Bewohner Wharftons werden von der Enklave mit dem Nötigsten versorgt, müssen aber im Gegenzug dafür jeden Monat die ersten drei Neugeborenen jeden Bezirks an die Bewohner der Enklave übergeben. Warum, das weiß außerhalb der Mauer niemand.

Gaia und ihre Mutter sind Hebammen und von Berufs wegen verpflichtet, die drei Neugeborenen den Privilegierten zu überreichen. Dieses Gesetz der Enklave befolgen sie jahrelang gewissenhaft bis Gaias Eltern – und damit beginnt die Geschichte des Romans – eines Tages verhaftet werden. Gaia ist besorgt, erfährt aber erst Wochen später von Derek, einem Bäcker, dem sie zufällig begegnet, dass ihre Eltern hingerichtet werden sollen. Mit Dereks Hilfe gelingt es ihr in die Enklave einzudringen, wo sie ihre Eltern suchen und befreien will. Dabei erkennt sie nach und nach immer mehr die Ungerechtigkeit und Grausamkeit des Systems. Auch erfährt sie, warum die Enklave Kinder von außerhalb benötigt.

Wenn auch das Zukunftsszenario nicht gerade durch seine Originalität überzeugt, so sah der Plot vielversprechend aus. Die Zutaten für eine unterhaltsame Geschichte sind vorhanden: eine ungerechte Gesellschaft, eine junge Rebellin, die Enklave, die als geheimnisvoller, verbotener Ort geschildert wird und natürlich auch eine Liebesgeschichte. Was die Autorin Caragh O’Brien allerdings daraus macht ist bestenfalls zweitklassig. … weiterlesen

23 Januar, 2011 Kein Kommentar

CRANK – Ellen Hopkins

von Melanie Michalski

Was passiert, wenn du einen geliebten Mensch fast nicht wiedererkennst, als er aus dem Urlaub zurückkehrt? Was ist, wenn derjenige einem Stoff verfallen ist, der ihn in einen anderen Menschen verwandelt hat? Wie ist das Leben eines Süchtigen? Und gibt es einen Ausweg aus den Klauen des Monsters? Diese Fragen beantwortet Ellen Hopkins in ihrem neuen Roman „Crank“ – einem Buch, das keine Tabus kennt.

Kristina Georgia Snow ist 17 Jahre alt und das, was man unter einem braven, wohlerzogenen Mädchen versteht. Sie ist eine vielversprechende Schülerin, eine gute Schwester, die perfekte Tochter. Kurz: Man müsste denken, dass in Kristinas Leben alles glatt läuft. So sieht es jedenfalls nach außen hin aus, doch in Kristinas Innerem brodelt es vor sich hin. Seit ihre Mutter Scott als neuen Freund hat, fühlt sie sich überflüssig, abgeschoben. Deswegen sagt sie auch sofort zu, als ihr Vater aus Reno anruft und sie für drei Wochen zu sich einlädt, was das erste Telefonat seit vielen Jahren zwischen ihren Eltern ist.

Doch Kristinas Kindheitswunsch, wieder Daddys Prinzessin in seinem wunderbaren Märchenschloss zu sein, geht nicht in Erfüllung. Vielmehr stellt sich heraus, dass die Gegend, in der ihr Vater wohnt, heruntergekommen ist und er selbst ist es auch: Er raucht, nimmt Drogen und arbeitet schwarz auf einer schmuddeligen Bowlingbahn, in deren Hinterräumen die Gäste zusammen Drogen konsumieren. Und dann ist da natürlich noch Adam alias Buddy, der eine Freundin hat und – wie alle anderen – Drogen nimmt. Adam: Durchtrainierter Körper, sonnengebräunt und einfach unwiderstehlich gutaussehend. Kurz: Überhaupt nicht der Typ Mensch, mit dem Kristina sich normalerweise abgeben würde. Doch plötzlich taucht da dieses neue Ich in Kristina auf, das sie insgeheim Bree nennt. Es macht sie mutig, es macht sie stark. Bree ist so etwas wie ihre böse Hälfte und hat sich schon viel zu lange im Dunkeln gehalten. Zusammen mit Bree und Adam nimmt Kristina auch zum ersten Mal die Droge Crank, die schon bald ihr Leben bestimmt. Denn als sie nach Hause zurückkommt ist nichts mehr wie zuvor und das Monster – wie sie Crank nur nennt – zieht Kristina immer weiter nach unten.

Crank ist ein fesselnder Roman, der eine Geschichte erzählt, die zwar fiktiv ist, aber auf einer wahren Begebenheit beruht. Das Besondere an dem Buch ist, dass es über 500 Seiten hinweg in freien Versen geschrieben ist und das sehr abwechslungsreich, sodass jede Seite ein kleines Kunstwerk für sich ist. Mal reimt es sich, mal reimt es sich nicht, mal sind alle Wörter durcheinander, mal hat das Ganze eine geordnete Form – wie der Inhalt eben auch. Gemeinsam mit Kristina wird der Leser in einen Strudel von Ereignissen gezogen, den er am liebsten irgendwie stoppen würde, doch der Weg aus der Sucht ist sehr steinig und schwer. Die Sucht – beschrieben aus der Sicht einer Süchtigen. … weiterlesen

10 Januar, 2011 Kein Kommentar

Stuttgart für Stuttgarter

von Alexander Schmitz

Welche Bars, Clubs und Kneipen sind angesagt, wo in Stuttgart feiern? Welche Küche verführt am besten und wo wird ein Shoppingerlebnis geboten? Der Marco Polo Cityguide Stuttgart für Stuttgarter 2011 enthält über 500 Adressen mit Empfehlungen und Insider-Tipps.

Unbekanntes, geheimnisvolles Stuttgart, du überraschst einen immer wieder. Ob Kunst, Kultur & Events, Essen & Trinken, Shopping, Spaß für Kinder, Ausgehen oder Wellness & Sport, die Stadt hat einiges zu bieten und neu zu entdecken.

Aus den zahlreichen Adressen sind Insider-Tipps, Highlights, Neues, sowie Ökologisches hervorgehoben.

Restaurants sind in den Bereichen Essen, Service und Ambiente in vier Schritten von weniger gut bis sehr gut bewertet. Eingeteilt sind sie in drei Preiskategorien, bis zu zehn Euro, zwischen zehn und zwanzig Euro, sowie mehr als zwanzig Euro.

Hilfreich für eine kulturelle, kulinarische Tour durch Stuttgart oder einfach nur zum Shoppen ist der integrierte Cityatlas, in den alles rund ums Essen & Trinken eingezeichnet ist. … weiterlesen

2 Januar, 2011 3 Kommentare

Helmut Newton’s Illustrated

von Alexander Schmitz

Sex, Power und Beauty – Einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts war Helmut Newton. Seine besten Aufnahmen zeigte der gebürtige Berliner in vier Ausgaben seines eigenen Magazins, Helmut Newton’s Illustrated, die zwischen 1985 und 1995 erschienen.

Das Magazin ist der ihrerseits im Fotojournalismus bahnbrechenden Berliner Illustrirten Zeitung der zwanziger und dreißiger Jahre nachempfunden. Helmut Newton präsentiert in diesem, seinem Spätwerk eine provozierende Mischung aus Aktaufnahmen, Fotojournalismus und Porträts. Im Jahr 2000 fasste Newton die vier Ausgaben zu einem Sonderband zusammen.

N° 1 – Sex & Power

Ausgabe eins widmet sich Berühmtheiten, die ihre persönlichen Fantasien umsetzen und der Welt zeigen. Die Society-Porträts zeigen beispielsweise Karl Lagerfeld, David Bowie, Mickey Rourke oder Hugh Hefner mit Freundin Carrie Leigh. … weiterlesen

18 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Unverborgen. Werwölfe in Berlin

von Sanja Döttling

Luisa ist traurig, ihr Bruder tot. Aber dann lernt sie Werwolf Thursen kennen.

Luisas kleiner Bruder ist gestorben. Seitdem ist für sie nichts mehr, wie zuvor. Sie beschließt, sich das Leben zu nehmen. Doch kurz bevor sie sich von einem Turm in die Tiefe stürzen kann, hält ein Junge sie auf. Sein Name ist Thursen. Luisa ist von ihm magisch angezogen und auch er scheint sich für sie zu interessieren. Doch er weißt sie zurück, was ihr deshalb unerklärlich ist.

Bald jedoch erfährt sie Thursens Geheimnis. Er ist kein Mensch, sondern ein Werwolf. Mit jeder Verwandlung wird er mehr und mehr Wolf, bis er eines Tages nicht mehr in der Lage sein wird, sich zurück zu verwandeln.

Der Klappentext verrät, dass Thursen ein Werwolf ist. Im Buch selbst wird das Geheimnis erst auf Seite 91 gelüftet. Der Leser, der Luisa dieses Wissen voraus hat, ist schnell genervt von ihren naiven Vermutungen wie „da ist schon wieder Thursens schwarzer, komischer Hund“ und von Thursens Weigerung, früher Tacheles zu reden. „Mensch, Luisa, ließ dir endlich die Rückseite von deinem Buch durch!“, möchte man ihr als Leser an den Kopf werfen.

Wer bis dahin durchhält kann sich auf eine spannend erzählte Geschichte freuen. Die Sätze sind kurz, prägnant und treffend. Da die Erzählung im Präsens geschrieben ist, hat der Leser das Gefühl, unmittelbar in der Szene anwesend zu sein.

Ein Vergleich zwischen Twilight und Nora Mellings Schattenblüte liegt bei den Stichwörtern große Liebe, Unmenschlich, Werwolf und Fantasy nahe. Schattenblüte schneidet dabei gut ab. Hauptsächlich deshalb, weil Twilight keine hohen Ansprüchestellt, was die erzählerische Tiefe betrifft. Die Erzählung ist packender, die Charaktere sind tiefgründiger angelegt.

Luisa findet in Thursen, dem verblassten Werwolf, ihre große Liebe. So fällt es ihr leichter, den Tod ihres Bruders zu verkraften. … weiterlesen

16 Dezember, 2010 Kein Kommentar

„Lokalhelden“

von Clara Dupper

Alkohol, Kiffen, Beziehungsprobleme, der ganz normale Schulwahnsinn – davon erzählt Jörg Harlan Rohleder humorvoll in seinem Roman „Lokalhelden“.

Enni, Brownsen, Wolle und Schmall, das sind die Hauptpersonen des Romans „Lokalhelden“. Rohleder schreibt aus der Sicht des Schmall, dem Ich-Erzähler, über das Erwachsenwerden der vier Schüler. Die Geschichte spielt in den Neunziger Jahren in Echterdingen bei Stuttgart. Saufgelage, die schon mit vierzehn Jahren veranstaltet werden, illegale Partyveranstaltungen, kiffen, verliebt sein und die erste Liebe sind nur einige Themen, über die Rohleder schreibt. Zum Erwachsenwerden gehören aber auch Auseinandersetzungen zu Hause und Probleme in der Schule. Dem Autoren gelingt es die jeweilige Situation durch das Einbinden von Songnamen, wie „I’m a liar“ von Henry Rollins, passend auszudrücken. Zu diesem Titel schreibt er beispielsweise über Schmall „Ich bin auch ein Lügner, ein ausgesprochen begabter.“ Auch geschichtliche Ereignisse oder Dinge, die zu dieser Zeit passiert sind, lässt Rohleder miteinfließen. So auch den Tod des Sängers Kurt Cobain im Jahre 1994. Fernsehsendungen auf MTV, die neuesten Filme und Künstler: Er baut sie alle ein und findet einen Übergang zu den vier Hauptpersonen.

„Lokalhelden“ erzählt eine fesselnde Geschichte, in der es den Hauptpersonen leider nicht gelingt sich aus ihrer Heimatstadt zu lösen und die weite Welt zu erkunden. Der in einfacher und humorvoller Sprache geschriebene Roman ist gut zu verstehen und überzeugend realistisch.

(Rohleder, Jörg Harlan. Lokalhelden. Piper, August 2010)

14 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
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