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Herbstklänge

von Alexander Schmitz

Wenn es draußen nebelig, feucht und kalt wird, wenn es zu Hause doch am gemütlichsten ist, was ist dann schöner, als es sich auf dem Sofa bequem zu machen und Musik zu hören. Ruhige, melancholische Klänge passen zur Jahreszeit und verleiten dazu deren Stimmung zu genießen. Eine kleine Auswahl an Albenempfehlungen zum Sinnen, Träumen und Entspannen.

Swanlights von Antony & The Johnsons

Der Wahl-New Yorker Antony Hegarty überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Stimme auch in seinem vierten Album. Ruhig, zart, teils sogar gehaucht singt er seine balladenhaften, melancholischen Songs. Sehnsuchtsvoll und träumerisch sind die etwas schwebenden Stücke, gespielt von Klavier, Streichern, Bläsern und vereinzelt Perkussion. Swanlights ist keine klassische Popmusik, sondern enthält Elemente aus Folk und Jazz. (Beggars/Indigo) … weiterlesen

7 November, 2010 Kein Kommentar

Der „König der Straßen“ – Pohlmann

von Ann-Katrin Wieland

„König der Straßen“ – liest man den Titel des neuen Albums des Sängers und Songwriters Pohlmann, denkt man an die Einfachheit von Straßenmusik. Denn Pohlmann steht für einfache und gefühlvolle deutsche Texte, begleitet von seiner Akustikgitarre. Man erinnere sich nur an seinen größten Hit „Wenn jetzt Sommer wär“, der dank seiner Gitarre so leicht und locker wie eben diese Jahreszeit klingt. Doch schon zu Beginn des dritten Albums bei dem gleichnamigen Titel „König der Straßen“ erklingt in den ersten Sekunden eine E-Gitarre. Was ist passiert? Pohlmanns Texte erhielten durch den Produzenten Ralf Mayer (u.a. Clueso, Fantastischen Vier) eine neue Note. Ihn lernte er während seines dreijährigen Schaffensprozesses für das Album kennen. Den Einfluss des Produzenten hört man besonders beim elften Track „Ich schließe meine Augen“. So erinnern die langsamen Beats an die Musik seines Schützlings Clueso. Für jemanden, der Pohlmanns vorherige Alben kennt, ist diese neue Richtung fremd und man denkt im ersten Moment, dass die neue Platte nicht so berauschend ist. Wenn man sich jedoch einmal rein gehört hat, verschwinden die Zweifel ein wenig. Die Themen sind dieselben geblieben, was seine Musik ausmacht und an ihr begeistert. Vor allem wenn Pohlmann live auftritt, identifizieren sich die Zuhörer mit seinen Texten. So verlieben sie sich nach mehrmaligem Hören vor allem in die Songs „Die Welt zerbricht“ und „Für dich“. Sowohl die Texte als auch die Melodien stimmen einfach. Sie machen neugierig darauf die neuen Tracks bei der anstehenden Tour im November 2010 dann live zu hören. … weiterlesen

17 September, 2010 Kein Kommentar

Philipp Poisel „Bis nach Toulouse“

von Clara Dupper

Das neue Album „Bis nach Toulouse“ von Philipp Poisel ist erschienen. Es ist das zweite des Songwriters und Sängers aus Ludwigsburg. 13 gefühlvolle Lieder mit Melodien und Texten, die zum Nachdenken anregen. Gleich das erste Lied „Wie soll ein Mensch das ertragen“ zeigt diese gefühlvolle Seite Philipp Poisels. Der Text handelt von der Sehnsucht nur einen einzigen Tag, bei seiner unerreichbaren Liebe zu sein. Die Textzeile „Könnt ich einen einzigen Tag nur, in meinem Leben dir gefallen. Um dann ein einziges mal nur, in deine Arme zu fallen“ klärt gegen Ende des Songs über diese Sehnsucht auf. In jedem Wort, das mit seiner unverwechselbaren Stimme gesungen ist, kommt das Gefühl zur Geltung. Das komplette Album hindurch identifiziert man sich mit den Texten und fühlt selbst mit. In dem zweiten Titel „Für keine Kohle dieser Welt“ singt Poisel über den Sinn des Geldes und erklärt, zum glücklich zu sein, bräuchte man kein Geld. In dem Lied „Froh dabei zu sein“ greift er außerdem das Thema Tod auf. Seine Texte sind realitätsnah und bringen die Aussagen auf den Punkt. Textzeilen wie „Ich hab zwar kein Vermögen, aber dafür Leute, die mich mögen und außerdem ist da ein Mädchen, das mich liebt. Ich weiß nicht, ob es auf dieser Welt etwas besseres gibt.“ bestätigt die klassische Vorstellung, dass es nichts besseres gibt, als zwei Menschen, die sich lieben. Der gleichnamige Titel des Albums „Bis nach Toulouse“ entführt den Hörer auf eine Reise. Das Lied handelt von einem Leben, das einem zu viel wird und man aufbrechen will, um vom Alltag abzuschalten. Beim Hören des Albums fällt auf, dass Philipp Poisel in fast jedem Lied von Sehnsucht oder Liebe singt. So ist es nicht verwunderlich, in „Bis nach Toulouse“ viele Liebeserklärungen zu finden. Es ist ein Album, das super zum Nachdenken und Träumen anregt.

1 September, 2010 Kein Kommentar

Clueso und STÜBA Philharmonie

von Clara Dupper

„Als Clueso mit Band und STÜBAphilharmonie im Winter 2009 gemeinsam durch Deutschland reisten, ging ein Traum in Erfüllung, getragen von Ethusiasmus und der wahren Liebe zur Musik.”, so steht es auf der Innenseite des Covers. Hört man die Lieder, spürt man diese Energie. Der Gesang des Sängers Clueso in Kombination mit dem Thüringer Orchester gibt den Liedern einen ganz eigenen Charakter. Beim Lesen der Liedertitel „Mitnehm”, „Niemand an dich denkt”, „Chicago”, „Pizzaschachteln, „Keinen Zentimeter”, „Gewinner” glaubt man, diese vom Namen her zu kennen, doch durch die Begleitung des Orchesters entwickeln sich daraus neue Lieder. Es macht Spaß sie anzuhören und neue Musikelemente zu entdecken. Den Hörern gehen die Lieder durch den Gesang und Instrumente wie Geigen, Flöten, Oboen und Trompeten in Verbindung mit Schlagzeug unter die Haut. Mit dramatischen Elementen, wie einem Staccato oder dem Gegenspiel von laut und leise, hebt das Orchester bestimmte Stellen besonders hervor. Staccato bezeichnet eine musikalische Charakteristik der Tonerzeugung. Durch eine spezielle Technik klingt die Note kürzer als es der Notenwert eigentlich vorsieht. Die angesprochenen Elemente kommen beispielsweise in dem Lied „Überall bist du!” zum Ausdruck. Dieses Album ist eine Mischung aus ruhigen, melancholischen und intensiven, ausdrucksstarken Melodien. Daher ist es etwas ganz Besonderes: Es ist zu hören, dass sich jemand wirklich Gedanken zur Umsetzung und dem Ausdruck der Musik gemacht hat – hier zeigt sich die im Zitat angesprochene wahre Liebe zur Musik.

20 Juli, 2010 Kein Kommentar

2raumwohnung: Lasso-Remix

von Clara Dupper

Das Remixe Album „Lasso“ der Popband 2raumwohnung ist etwas für Musikfreunde, die von wilden Melodievariationen und elektronischen Beats nicht genug bekommen können. Die Zusammenarbeit mit großen Künstlern wie Paul Kalkbrenner hört man bei dem Song „Wir werden sehen“ aufgrund seiner typischen mit Synthesizer unterlegten Grooves heraus. Der Minimal-, Techno- und House-Stil zieht sich durch das komplette Album. Der Fokus liegt mehr auf der Musik als auf dem Text. Songs wie „Der letzte Abend auf der Welt“ und „Ich bin der Regen“ eignen sich noch am Ehesten zum Entspannen in einer Lounge. Die Anderen haben es in sich und sind super zum Abdancen in der Disko geeignet. Es fällt schwer bis zum Ende des Albums stillzusitzen. So fühlt man sich bei der Version „Wir werden sehen“ von Solomun Vox wie inmitten einer Tanzfläche. Die typischen Clubbeats klingen im Ohr. Hörern, die anstatt Beats auch gerne mal Inga Humpes Stimme hören, seien die Songs „Body is boss“ und die Version „Rette mich später“ mit Robert Babicz ans Herz gelegt. Der künstlerische Freiraum und die Kreativität der Band zeigt sich vor Allem in dem Song „Angel of Germany“ – einer gewagten Musikmischung, unterlegt mit abgefahrenen, modernen Beats und der einfließenden Textzeile „angel of germany“.

Wer zu Hause Clubatmosphäre liebt und vom Hören ganz hibbelig werden will, dem sei dieses Album empfohlen. Hörern, die sich lieber mit Texten identifizieren, ist davon abzuraten.

1 Juli, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
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