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„High Heels auf dem Acker“

von Tina Nischwitz und Sina Gütter

Foto: "Alexandra Genis" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nd)

Berufe in den Medien sind bei Jugendlichen schwer im Kommen. Immer mehr Berufsanfänger drängen in den Journalismus. Trotzdem sind erfolgreiche Journalisten selten. Doch woran liegt das?

„Viele haben eine sehr glamouröse Vorstellung vom Beruf des Journalisten“, meint Kathrin Konyen, Mitglied im Landesvorstand des Deutschen Journalistenverbandes Baden-Württemberg.  „Das Bild ist von ‚Sex and the City‘ geprägt, aber als Lokaljournalistin kann man auf dem Acker nicht in High Heels rumstöckeln“, fügt die Redakteurin der Südwest Presse hinzu. Auch die Karrierechancen und Lohnvorstellungen viele Jugendlicher weichen von der Realität ab. Es kursiert die Vorstellung von angesehenen Chefposten mit wenig Arbeit und viel Geld. Zwar könne man in höheren Ebenen durchaus viel Geld verdienen,  „aber diese Stellen sind abgezählt“. Für guten Journalismus braucht man nicht das Sex-and-the-City-Outfit, sondern „die richtige kritische Haltung“, so Konyen.

8 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Le Fly und der Kelch der Liebe

von Meike Krauß

Foto: Le Fly Pressebild

Vor, während und nach dem Konzert in Der Röhre sind Le Fly nicht im Backstageraum verschwunden. Sie verkauften ihr Merchandise, halfen beim Umbauen oder rauchten vor dem Club. Dort traf Autorin Meike Krauß den Schlagzeuger Robert für ein kurzes Spontaninterview.

Wie ist euer Kontakt zu Das Pack zustande gekommen?

Wir mögen Das Pack, wir lieben Das Pack! Man hat sich immer wieder getroffen. Letztes Jahr haben wir gemeinsam auf dem Rockspektakel gespielt und danach lagen wir uns in den Armen. Dann haben wir uns in der Markthalle (in Hamburg) wieder getroffen; da saßen wir draußen auf einem Gitter, haben geraucht und so lief das.

Habt ihr schon einige lustige Geschichte auf der gemeinsamen Tour erlebt?

Oh ja! Gestern war wunderschön. Da haben wir uns einen Kelch der Liebe organisiert und daraus Getränke zu uns genommen. Der wurde immer im Kreis rumgereicht, so hippiemäßig. Dann sind wir alle eingeschlafen und Arm in Arm aufgewacht.

Alle zusammen in einem Bett?

Ja, ich hab mit Bastus (Bass) in einen Bett geschlafen. Wir sind sowieso dafür, dass sich die Leute mehr in den Arm nehmen. Deswegen machen wir überhaupt Musik: Für mehr Liebe auf der Welt.

Eure Heimat ist Hamburg, aber wie gefällt dir Stuttgart?

Och, ist schon ein ganz nettes Plätzchen hier. Ich hab auch eine Freundin hier in der Nähe. Und das Essen ist klasse. Wir machen morgen ein großes Spätzleessen. … weiterlesen

2 November, 2010 Kein Kommentar

„Trockensack rein und ab in den Schrank.“

von Fabienne Kinzelmann

Foto: Simon Anhorn

Backstage-Räume mitten in einer ehemals königlichen Residenz. Die Bühnenoutfits hängen direkt am barocken Treppenaufgang: Kurz vor ihrem Auftritt beim KSK Music Open im Ludwigsburger Schlossinnenhof haben sich DJ Chino, Johnny Strange und Don Cali von Culcha Candela mit Noir-Online-Autorin Fabienne Kinzelmann und Fotograf Simon Anhorn zum Interview getroffen und redeten über nacktputzende Busfahrer, ihre Trocken-Sack-Beauftragte und warum sie nie jammern.

Im Nebenzimmer haben wir eben, als wir auf euch gewartet haben, eine Art Schrein entdeckt. Wem gehört der?

(Durcheinander) Uns. – Mir! – Was für einen Schrein? – Keine Falschmeldungen, Leute. – Okay, ihm gehört er auch.

Johnny Strange: Er gehört uns allen. Ist sozusagen unser ständiger Begleiter. Überall wo wir hingehen, geht auch der Schrein hin – Wir haben den Schrein von BAP gesehen, der schon 30 Jahre Historie in sich trägt und davor waren wir sehr ehrfürchtig.

Mit was wird er erweitert?

Man kann schon fast sagen: Unrat. (lachen) Diverser Schrott. So Souvenirs und kleine Andenken an Orte, an denen wir waren. Witzige Sachen, einfach Erinnerungen.

Was ist dann so das coolste Souvenir, das darin ist?

(überlegen) Hmmm … … weiterlesen

21 September, 2010 Kein Kommentar

»Die Sprachlosigkeit treibt mich an«

von Emilia von Senger

Sie fährt dorthin, wo Menschen Not leiden; Carolin Emcke hört zu, will verstehen und schreibt, unter anderem als Krisenreporterin für die ZEIT. Im NOIR-Interview erzählt sie von Dragshows in Jerusalem, ihrer Unzufriedenheit mit den deutschen Nachrichten und der Sprachlosigkeit traumatisierter Menschen.

Felix Gardolez Martinez, 65, erzählt Carolin Emcke seine Geschichte. - Foto: Thomas J. Mueller

Frau Emcke, Sie sind gerade aus Israel wiedergekommen. Können Sie eines Ihrer einprägsamsten Erlebnisse dort beschreiben?

Ich wollte ein Porträt über Jerusalem schreiben, ohne das zu wiederholen, was alle anderen schon über diese Stadt geschrieben haben. Die meisten Menschen, egal ob Christen, Juden oder Muslime, sehen Jerusalem mit religiösen oder historisierenden Augen, sie denken vor allem an die viertausendjährige Geschichte. Mein Erlebnis war ganz zeitgenössisch: Ich war in einer Drag Show (Transvestitenshow, Anmerk. d. Red.) mitten in Jerusalem. Auf der Bühne sangen und tanzten zwei Transvestiten zu Abba-Songs. Auf einmal aber zündeten sie Hanukkah-Kerzen an und sprachen den klassischen Segen. Eine Drag-Queen auf der Bühne mit leuchtenden Hanukkah-Kerzen in der Hand; das war das überraschendste und einprägsamste Moment meiner Reise. … weiterlesen

15 Juni, 2010 Kein Kommentar

Bildung ist Liebe zur Menschheit

von Miriam Kumpf

„Kinder des 21. Jahrhunderts werden von Lehrern aus dem 20. Jahrhundert unterrichet in einem Bildungssystem das aus dem 19. Jahrhundert stammt – das ist unsere Ausgangslage!“, brachte es der Reformpädagoge Otto Herz kürzlich bei einer Bildungsveranstaltung im Stuttgarter Landtag auf den Punkt. Ein kleiner Mann mit grau-weißem Haar, adrett gekleidet, dem man die zwei Stunden Schlaf die er in der Nacht zuvor hatte, keinesfalls anmerkt. Er gestikuliert wild mit den Händen in alle Richtungen, redet frei, unterstreicht seine Aussagen und blickt sein Publikum offen an. Oft bekommt er Zwischenapplaus, für Aussagen wie „Integrieren kann ich nur, was ich vorher ausgegrenzt habe.“

Nach der Veranstaltung nahm er sich Zeit für ein Interview mit Noir-Redakteurin Miriam Kumpf. … weiterlesen

2 April, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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