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Zuhause in einer globalisierten Welt?

von Julia Buchwald

Foto: "Jannik Schall" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by)

Wo ist eigentlich meine Heimat? Wo gehöre ich wirklich hin? In einer Welt, in der es vielleicht schon bald möglich sein wird, für das Taschengeld eines Monats jedes Land zu erreichen? In einer Welt, in der ich schnell ins Internet surfen, über den Strand der Urlaubsangebote bummeln und ganz nebenbei einen Flug nach Sydney buchen kann – und das nur mit einem Mausklick.

Wo bin ich wirklich daheim? Und was macht Heimat wirklich für mich aus?

Für mich ist es ziemlich verwirrend: Wenn ich überall sein kann, wohin gehöre ich dann? Ich vermute, vielleicht hoffe ich auch nur, dass es anderen genauso geht wie mir. Daher habe ich mich auf die Suche nach Antworten gemacht und auch gefunden.

Im Panel „Heimatsehnsucht“ bei den Jugendmedientagen in Stuttgart erzählte Markus Manfred Jung von seiner Assoziation zu „Heimat“: Ihn verbindet die Muttersprache, bzw. die alemannische Mundart, zu seiner Heimat. Das erinnert mich an den schwäbischen Dialekt, den meine Familie spricht und an das seltsam vertraute Gefühl, welches mich durchströmt, wenn mein Opa sich auf urschwäbisch über „Stuttgart 21“ auslässt.

Bedeutet das, „sich zu Hause zu fühlen“? Für Herrn Jung sind Heimat auch die Menschen, besonders die Familie und Freunde, mit denen man seine Zeit verbringt.

Was mich an seinen Worten besonders zum Nachdenken brachte, war, „dass man die Heimat nicht spürt, solange man sie nicht einmal vermisst hat“.

Erst wenn ich mich aus ihrer schützenden Sicherheit befreit habe, um selber etwas zu unternehmen und die Welt zu entdecken, spüre ich die beißende Kälte der Welt, die mein Zuhause umgab, ohne dass ich es je gemerkt hätte.

Sonderangebote nach Sydney oder Dubai sind wirklich verlockend, aber ich bin mir sicher, dass es einen irgendwann – auch wenn es in ferner Zukunft liegt – zurück zieht, zurück unter die schützenden Fittiche der Heimat.

28 November, 2010 Kein Kommentar

Style Diaries

von Alexander Schmitz

Modeblogs zeigen auf dem größten Catwalk, dem Internet, was auf der Straße getragen wird und diskutieren die neuste Haute Couture und Prêt-à-porter. Anfangs von der Modebranche belächelt,  sitzen Modeblogger inzwischen bei Modenschauen in der ersten Reihe. 44 junge Blogger stellt das Buch „Style Diaries“ vor.

Modetrends wurden früher in den Modehochburgen Paris, Mailand und New York erschaffen; von den Laufstegen und Trends berichteten Hochglanzmagazine. Doch die Modewelt hat sich gewandelt: Junge Modeinteressierte erstellen Blogs, laden dort Fotos von ungewöhnlichen Kleidern und einzigartigem Stil hoch und diskutieren darüber, sowie über die neuen Kollektionen der Modehäuser. Weltweit können sich so Modeaffine unabhängig austauschen. Diese Entwicklung nennt die Autorin des Buches Simone Werle „Demokratisierung der Mode“.

„The ingredients to this revolution in clothing are rather simple. A blog, a camera, and a healthy dose of personal style have proven to be more than enough for the democratization of fashion”, Simone Werle

„Style Diaries“ stellt Modeblogger von Berlin bis Tokio vor. Die Street-Style-Fotos des Bildbandes zeigen innovative Outfits und regen dazu an, über seinen eigenen Kleidungsstil nachzudenken.

Zu empfehlen ist es denjenigen, die gerne ein Buch in der Hand halten und eine Fashionblog-Zusammenstellung suchen.  Teilweise vier Bilder auf einer Seite von 13 mal 19 Zentimeter sind etwas klein. Ob allerdings ein Buch zu einem Thema, das so schnelllebig wie Mode und Blogs ist, sinnvoll ist, sei dahingestellt. Wer sich ausführlicher dafür interessiert, klickt sich ausgehend von Webseiten wie Stil in Berlin oder Les Mads durch die in der Blogroll aufgelisteten Fashionblogs.

(Werle, Simone: Style Diaries. Prestel, September 2010)

19 Oktober, 2010 1 Kommentar

Von Kurvenwundern und Traumfiguren

von Jessica Christian

Foto: "Roman Henn" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatte Schönheit eine so zentrale Rolle im Leben. Auf übergroßen Plakatwänden lächeln uns perfekte Models in ihrem Designerkleid an. Immer mehr Frauen und mittlerweile auch Männer sind verunsichert über ihr Äußeres und versuchen sich dem Schönheitsideal anzugleichen.  Ein kostspieliger und schweißtreibender Kampf.

Das Schönheitsideal, das die Medien präsentieren: Möglichst schlank, ein schmales Becken, dabei aber einen großen Busen. Für den Normalbürger kaum zu erreichen und anatomisch eine Seltenheit. Geschichtlich gesehen ist das heutige Ideal ziemlich ungewöhnlich. Körperfett war früher ein Privileg der Reichen, ein breites Becken galt als Zeichen von Fruchtbarkeit. Bis zum Beginn des 20. Jahrhundert galten deshalb Frauen als attraktiv, deren Körper mit typisch weiblichen Rundungen ausgestattet war.

So wundert es nicht, dass direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, einer Zeit der Hungersnot, Frauen mit weiblichen Kurven, wie Marylin Monroe (Kleidergröße 42), als Traumfrauen galten.  Erst reichlich später, als die Versorgung mit Nahrungsmitteln in der westlichen Welt für alle gesichert war, wurde Schlankheit ein Zeichen von Reichtum. Mittlerweile hat sich die Beziehung zwischen Fett und Vermögen umgekehrt. In den USA ist starkes Übergewicht vor allem ein Problem der Unterschicht.

Schlank sein ist das Ziel, abgrenzen von der  fetten Masse.  Die Unsicherheit über den eigenen Körper wächst immer mehr. Nach einer Studie der Körperpflegeserie Dove finden sich nur zwei Prozent der Frauen „schön“ und fast die Hälfte glaubt, dass ihr Gewicht „zu hoch“ sei. Besonders schockierend: 92 Prozent aller Mädchen würden gerne mindestens einen Aspekt ihres Äußeren ändern, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Das Unternehmen reagierte mit einer Kampagne, bei der völlig normale Frauen anstelle von Size-Zero-Models vor der Kamera stehen. Im Rahmen der „Initiative für wahre Schönheit“ sollen sie zeigen, dass auch „echte“ Frauen schön sind. Die Resonanz ist erstaunlich gut, begeistert berichtet die Presse vom mutigen Vorstoß des Unternehmens. … weiterlesen

14 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Wo Kampf und Tanz sich küssen: Capoeira

von Anne Kratzer

Foto: Fábia Hafermann/ CCEA

Freund und Feind. Tanz und Kampf. Uralte Tradition und Spontaneität. Körper und Geist. Interaktion von Gruppe und Individuum. Gewalt und Ästhetik. Rhythmus und Musik. Kreativität und Kraft. Das ist Capoeira.

Das soziale Projekt, in dem ich in Brasilien arbeite, bietet Kindern und Jugendlichen Capoeirakurse an – Eine Alternative zu Drogen und Kriminalität.

Die afrobrasilianische Kampfkunst wurde im 18. Jahrhundert von Sklaven in Brasilien entwickelt, um ihre Freiheit zu bewahren und sich in Selbstverteidung gegenüber den Sklavenhaltern zu üben. Viele Jahrhunderte lang war Capoeira verboten.

In den Straßen der Favelas findet man einen singenden Kreis, die „Roda“. Diese Gemeinschaft ist der erste der drei Aspekte jeder Capoeira. Endlose Rhythmen und alte Lieder, begleitet von Trommeln und dem Capoeira Instrument Berimbau, bilden die Musik. Das ist der zweite Teil. Den dritten Teil bildet der akrobatische Tanz oder Kampf zweier Personen im Inneren des Kreises. Fairness, Respekt und Fröhlichkeit sind unverzichtbar. Die Dynamik, die dem immerwährenden Bewegungsfluss innewohnt, ist unbeschreiblich.

Foto: Fábia Hafermann/ CCEA

„Minha vida é capoeira.“ „Mein Leben ist Capoeira“ singt die „Roda“. Während die Gruppe ununterbrochen musiziert und alte Lieder singt, lösen sich zwei Männer aus dem Kreis. Sie gehen voreinander in die Hocke, begrüßen sich mit Handschlag und beginnen den Tanz. Sie selbst entscheiden wer gewinnt. Wenn sie sich in die Roda eingliedern, machen sie Platz für ein neues Paar. Kein Tanz ist identisch. Erlaubt ist alles. Capoeira lebt von der ständigen Bereitschaft, auszuweichen und anzugreifen. Dazu braucht es Menschenkenntnis. Die Kunst zu erahnen, was wohl der nächste Schritt des Gegners ist. Diese Kriegslist und Bösartigkeit heißt „Malícia“. In ihr spiegeln sich Intelligenz,Weisheit, Menschenkenntnis und Lebenserfahrung des Capoeiristas wieder.

Besonders macht den Sport eine Philosophie, die keiner so richtig erklären kann, weil man sie leben und erfühlen muss. Gemeint ist die hohe Konzentration und vollendete Einigkeit von Körper und Geist. Die Aktion und Reaktion. Die ständige Bereitschaft und Interaktion mit Fremden und Freunden. Kurze Begegnungen, freundschaftliche oder feindselige Kontakte. In der Capoeira spiegelt sich das Leben wieder. Die Kunst, trotz zahlreicher Schwierigkeiten, leicht und mit viel Lebensfreude den Alltag zu meistern, ist ein Dogma dieser Philosophie. Sie ist in den ironisch lächelnden Gesichtern der Capoeiristas zu erkennen. Der Rhythmus der endlosen Musik ist fröhlich, genauso wie die Roda. Die Kämpfer sind ernst, die Texte der Lieder erzählen von sozialem Elend und vom eigenen Stolz. Mit Leichtigkeit und Lebensfreude kämpfen, das ist brasilianische Lebenskunst.

23 September, 2010 Kein Kommentar

Ein Jahr Bosnien

Für ein Jahr werden Sophie Rebmann und Andreas Hensler im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Bosnien-Herzegowina leben. Andreas verbringt dort ein Jahr im Rahmen des Programms „kulturweit“ in Gračanica, einer Stadt in der bosnischen Föderation. Er wird an einer Schule Deutschunterricht geben und sich an anderen AGs der Schule beteiligen. Sophie geht im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Ausland nach Banja Luka, in die Hauptstadt der serbischen Entität in Bosnien um dort ein Jugendhaus mitaufzubauen. Die beiden werden abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen von ihren Erlebnissen auf dem Balkan und den Erfahrungen als Freiwillige berichten.

20 September, 2010 Kein Kommentar

Sundari könnte ihren Körper in jedem Hotel verkaufen

von Maria Hörl

Foto: Maria Hörl

Sundari ist gerade 18 Jahre alt geworden und hat damit schon fast die Hälfte ihres Lebens hinter sich. Voraussichtlich wird sie ca. vierzig Jahre alt werden: Sundari ist HIV positiv. Als sie zehn war, starb ihre Mutter. Mit zwölf verlor sie ihren Vater. Hierher gebracht hat sie ihr Musiklehrer, der Freund ihres Vaters. „Hierher“, damit meint sie das Entwicklungshilfeprojekt der Ordensschwestern, der „Helpers of Mary“ im Kinderdorf Naya Jeevan, etwa achtzig Kilometer von Mumbai entfernt. Das war 2006. Seither wohnt sie hier und wird von den Ordensschwestern versorgt. Sie kümmert sich um ihre vierzehnjährige Schwester und um ihren zwölf Jahre alten Bruder. Für die beiden versucht sie ein wenig Mutterersatz zu sein. Ihr Onkel besucht sie rund ein Mal im Monat. Die anderen Verwandten haben Angst vor einem Besuch.

Im Jahr 2008 waren nach Angaben der Organisation UNAIDS  rund 1,5 Millionen Menschen in Osteuropa und Zentralasien mit HIV infiziert. Die Zahl in diesen Regionen steigt jährlich. In West- und Zentraleuropa sind es rund 850 000 Menschen. Weltweit gehen die Neuinfektionen zurück, obwohl laut UNAIDS zurzeit rund 10 Millionen infizierte Menschen weltweit nicht mit den notwendigen Medikamenten versorgt werden.

Sundari bekommt zwei Mal am Tag Medizin. Die Medikamente werden von der Regierung kostenlos bereitgestellt. Es gäbe auch Behandlungsmöglichkeiten, die Sundari länger leben lassen würden, doch diese können sich die Ordensschwestern nicht leisten.

20 September, 2010 Kein Kommentar

„Soziales Engagement ist überall wichtig“

von Clara Dupper

Foto: Die Freiwilligenagentur

Marius Breitling macht momentan ein Gemeinnütziges Bildungsjahr bei der Freiwilligenagentur und hat das Projekt „Vollkontakt – herzhaft zupacken“ hauptsächlich organisiert. Knappe fünf Monate hat er in die Vorbereitung investiert. Infokarten erstellen, Flyer verteilen, für die Veranstaltung werben Einrichtungen der Projekte der letzten Jahre wieder kontaktieren – da steckt jede Menge Arbeit dahinter. Acht Projekte, bei denen sich mehr als 25 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren drei Tage lang engagierten, kamen dadurch zustande. Angeboten wurden unter anderem der Bau einer Kletterwand für eine Jugendfarm, die Mithilfe in der Stuttgarter Tafel, sowie Ausflüge mit Senioren oder Menschen mit Behinderungen. Fast jeder der Freiwilligen konnte seinem Wunschprojekt zugeteilt werden. Die Freiwilligentage für Jugendliche fanden dieses Jahr zum vierten Mal statt. … weiterlesen

5 August, 2010 Kein Kommentar

Ich, Veganer, Klimaschützer?

von Fabienne Kinzelmann

Foto: "Christian Wolf" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Immerhin  zehn Prozent  der Menschen in Deutschland ernähren sich vegetarisch. Veganer verzichten sogar komplett auf tierische Produkte – Philipp ist einer davon.

Keine Milch, keine Eier und erst recht kein Fleisch: Philipp fällt auf. Nicht wegen seiner langen schwarzen Haare oder der verschlissenen Kleidung, sondern vor allem wegen seines Essverhaltens. Er betrachtet sorgfältig jede Verpackung bevor er zugreift. Oder er kocht selbst – um sicher zu gehen, dass es wirklich vegan ist. Gehört hat man die Bezeichnung „Veganer“ sicherlich schon, vielleicht auch darüber gelesen. Doch wenn plötzlich jemand sagt: „Hey, ich bin jetzt übrigens Veganer!“ fängt man an zu überlegen, was das jetzt wirklich bedeutet. So ging es Philipp vor über eineinhalb Jahren.

Fleischfrei ernährte er sich seit seinem 14. Lebensjahr. Nach seinem heutigen Empfinden eine  „nicht durchdachte und spontane Entscheidung“. Interessiert beschäftigte  sich der Baden-Württemberger intensiver mit dem Leben ohne jegliche tierische Produkte: „Ist das gesund? Was bewegt einen dazu?“. Er setzte sich mit den ethischen Aspekten auseinander und war nach ein bisschen Recherche schnell vom Tierschutz überzeugt. Daher fasste  den Entschluss, Tiere nicht länger für sein ohnehin schon luxuriöses Leben als Mensch leiden lassen zu wollen. „Ich habe angefangen, auszusortieren und mich nach und nach von allem Tierischem abzusetzen. Meine Mutter war gar nicht begeistert, hat es als „Phase“ abgetan und gemeint: „Wenn du 18 bist, reden wir da nochmal drüber“, erzählt Philipp. Mittlerweile ist er 19 – und seine Mutter hat akzeptiert, dass im Kühlschrank für Sojamilch und Tofu Platz gemacht werden muss. Seine Familie isst Philipp zuliebe mittlerweile selbst oft vegan. … weiterlesen

26 Juli, 2010 1 Kommentar

Top, die Wette gilt!

von Clara Dupper

Foto: LJR (Irene L. Bär)

Die vier Fraktionen des Landtags von Baden-Württemberg und der Landesjugendring haben am vergangenen Dienstag eine Wette geschlossen: Die Fraktionen schaffen es nicht, symbolisch ein ganzes Zeltlager zu organisieren.

Bis Oktober haben die Abgeordneten Zeit, um die Wette zu gewinnen. Dazu müssen sie Ferienfreizeiten der Jugendverbände und Jugendringe besuchen. Pro Besuch bekommen sie ein Puzzleteil. Sollten sie ein vollständiges Puzzle vorlegen, bekochen sie die Köche der Ferienfreizeiten in der Mittagspause vor dem Landtag. Die Fraktion der Grünen will im Fall einer Niederlage die Jugendlichen nach Berlin einladen, die CDU ihnen selbst Spaghetti kochen, die FDP den Jugendlichen einen Tag Einblick in die Arbeit der Parlamentarier geben und die SPD mit der gesamten Fraktion und den Jugendlichen sowie einem prominenten Gast ein Essen organisieren. Neben Abgeordneten waren Jugendliche der Zeltlagerteams, Vertreter der Presse und des Radios an der Veranstaltung anwesend. Schirmherr der Aktion, Pierre M. Krause, Moderator von SWR3 latenight eröffnete die Wette mit den Worten “Top, die Wette gilt” und schüttelte anschließend jedem Fraktionsvorsitzenden die Hand. Zuvor waren die Abgeordneten gefordert.

Sie wurden getestet, ob sie aus den verschiedenen Puzzleteilen ein fertiges Puzzle gelegt bekommen. Anfangs gestaltete sich die Aufgabe schwierig, zum Ziel kamen letztendlich aber alle Fraktionen. Die Idee der Wette entstand durch die Kampagne des Landesjugendrings “Sommerfeeling oder Lagerkoller – PolitikerInnen im Praxistest”. Mit dieser macht der Landesjugendring diesen Sommer auf die Freizeitarbeiten der Jugendverbände und Ringe in Baden-Württemberg aufmerksam. Geschätzte 175.000 Kinder und Jugendliche nehmen an den rund 5.000 Freizeiten und Zeltlagern der Jugendverbände und Jugendringe teil. Die Arbeit der vielen ehrenamtlich helfenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen die Abgeordneten durch ihren Besuche in den Freizeiten miterleben. Dadurch entsteht die Möglichkeit mit den Abgeordneten zu diskutieren und ihnen vor Ort zu zeigen, was die jungen Menschen leisten.

Weitere Informationen und Termine zur Kampagne gibt es unter www.ljrbw.de/kampagne2010

16 Juli, 2010 3 Kommentare

Ayoba Deutschland! Südafrikanische Deutschland-Fans

von Lisa Zeller

Ich höre überraschend viele deutsche Stimmen auf dem Fanfest in Kapstadt. Heute spielt Deutschland gegen Ghana und zum Public Viewing haben sich eine kleine Gruppe Fans beider Seiten versammelt. Doch ich bin auf der Suche nach einer Gruppe bestimmter Deutschland-Fans: gebürtigen Südafrikanern.

Ich treffe auf Gail, die tanzend eine Südafrika- und eine Deutschlandflagge schwingt. „Warum bist du Deutschland-Fan?“, frage ich sie. Sie lacht. „Wegen ihm!“, dabei zeigt sie auf ihren Freund, Jens, einen Deutschen. „Und weil sie gut sind!“

Weiter außerhalb der Menge stehen Norman und Shaun, zwei Südafrikaner in Deutschland-Montur. „Ich bin allgemein begeistert vom europäischen Fußball – und da find ich Deutschland halt am besten“, erzählt mir Norman und bläst in seine Vuvuzela. Shauns Vorliebe für das Deutschland-Team hat historische Hintergründe: „Ich bin seit Ende der 80er ein Fan von Deutschland. Während der Apartheid war bei uns im Land ja nichts mit Fußball. Mein Onkel war also ein Deutschland-Fan und wir haben bei ihm immer Fußball geschaut. Das hat dann auf mich abgefärbt. Wir haben zwar jetzt eine eigene Nationalmannschaft, aber Deutschland ist und bleibt mein Favorit!“

24 Juni, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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