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Futuristische Klänge

von Alexander Schmitz

Einen spannungsgeladen, schwebenden Soundtrack hat das französische Houseduo Daft Punk dem Science-Fiction-Film Tron: Legacy verpasst.

Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo, die sich hinter Daft Punk verbergen, komponierten den Soundtrack der Neuverfilmung von Tron aus den achtziger Jahren.

Die 22 spannungsgeladenen und schwebenden elektronischen Musikstücke, teils auch dramatisch und bedrückend, passen zum futuristischen Science-Fiction-Setting von Tron.

Eines der besten und vor allem markantesten Stücke des Soundtracks ist Derezzed. Einzelstücke des Albums hören sich allerdings zum Teil wie austauschbares, pompöses „Hollywoodallerleigedudel“ an, das auch von einem anderen Komponisten oder aus einem anderen Film stammen könnte.

Als Gesamtwerk gesehen überzeugt der abwechslungsreiche Soundtrack jedoch und weckt die Neugier auf Tron: Legacy. In Deutschland läuft der Film im Januar 2011 in den Kinos an.

(Daft Punk. Tron: Legacy. EMI. Dezember 2010)

22 Dezember, 2010 Kein Kommentar

„Ich will eine Rock’n’Roll-Band gründen.“

von Sanja Döttling

Ein Film über die Welt von John Lennon und Paul McCartney vor den Beatles.

„Ich will eine Rock’n’Roll-Band gründen.“, erklärt der selbstsichere, 17-jährige John auf dem Jungsklo seiner Schule und bestimmt wahllos Mitglieder, die teilweise nicht einmal ein Instrument beherrschen. Das ist der Anfang einer großen Karriere.

Der Film erzählt nur, was geschieht, bevor John Lennon mit den Beatles berühmt wird. Schon die ersten Minuten fesseln, weil sie zeigen, wie nah Trauer und Witz beieinanderliegen. Denn nach einem kurzen, leichten Einstieg folgt gleich der erste Schock: Der Tod von Johns Onkel, zu dem er stets eine gute Beziehung hatte.

Doch kaum ist das eine Familienmitglied unter der Erde, tritt ein bis dahin unbekanntes in sein Leben: Johns Mutter, die die ganze Zeit in unmittelbarer Nachbarschaft lebte. Dennoch wuchs John bei Tante und Onkel auf. Das baut Spannung auf, da sich der Zuschauer fragt, warum John nicht bei seiner Mutter aufwächst.

Sie selbst wirft allerdings auch Fragen auf, da sie komisch wirkt, ohne dass ihre Verrücktheit an einer eindeutigen psychologischen Diagnose festzumachen ist. Denn solche Diagnosen gab es zur Handlungszeit des Films noch nicht. So weiß der Zuschauer nie, was genau mit ihr los ist und kann sich kaum einen Reim darauf machen.

Durch den Kontrast zwischen der Rock’n’Roll begeisterten, seltsamen Mutter und der konservativen, ordentlichen Tante ist die gesellschaftliche Spannung der Zeit greifbar. … weiterlesen

20 Dezember, 2010 Kein Kommentar

Musik – Lagerfeuer – Spaß haben

von Meike Krauß

Foto: Ann-Katrin Wieland

Die Bahn fährt langsam ab. Eine Person schaut aus dem Fenster und Regen tropft zum monotonen Brummen des Motors. Zu dieser Filmszene passt die Musik von Tim Neuhauser, der vor Pohlmann die Gäste in der Röhre unterhält. Leise Gitarrenklänge, eine sanfte Stimme und langgezogene Töne charakterisieren die Musik von dem Gitarristen (Akustik), der gemeinsam mit Christoph (E-Gitarre) in rotes Licht getaucht auf der Bühne steht. Es ist der erste Auftritt von ihnen auf der Tour und das merkt man auch. Im Takt wippen beide mit Kopf und Oberkörper auf und ab. Sie wirken etwas verloren vor dem großen Falken an der Wand, der den Auftritt von Pohlmann ankündigt.

Es ist leer auf der Bühne, als sich ein einzelner Scheinwerfer auf das Toursymbol richtet. Klatschende Fans begrüßen die Band, die gemütlich auf die Bühne schlendert. Dabei ist auch der Tour Lemur, ein kleiner Stoffaffe, den der Sänger auf dem Rücken trägt. „Moin Moin! Es ist schön, wieder hier zu sein“, ist das erste, was er lachend ins Mikrofon spricht. Als nächstes folgen die Textzeilen „Gut So“, dem sechsten Song auf seinen neuen Album „König der Strasse“.

Spätestens jetzt ist klar, was Tim Neuhauser gefehlt hat. Ingo Pohlmann hat eine unglaubliche Ausstrahlung, wie er lässig auf seinem Hocker sitzt mit der Gitarre in der Hand und sich die blonden Haare aus dem Gesicht schüttelt. Noch vier weitere Musiker stehen mit ihm auf der Bühne, darunter ein Cello Spieler, der jedem Song einen besonderen Klang gibt. Im Kontrast zur Vorband ist die Musik sehr laut. Teilweise zu laut und störend bei besonders gefühlvollen Texten. Manchmal passt die perfekte Kuschelrockstimme nicht zu Schlagzeug und Bass. „Nun kommen wir zu einer (…) Zeit, da sind wir noch mit Planwagen durch die Gegend gezogen“, erzählt Pohlmann grinsend und singt „Wenn es scheint, dass nichts gelingt.“ Ein Song, der vom ersten Album stammt. Sein drittes Werk „König der Strasse“ ist am 17. September erschienen. … weiterlesen

19 November, 2010 Kein Kommentar

Herbstklänge

von Alexander Schmitz

Wenn es draußen nebelig, feucht und kalt wird, wenn es zu Hause doch am gemütlichsten ist, was ist dann schöner, als es sich auf dem Sofa bequem zu machen und Musik zu hören. Ruhige, melancholische Klänge passen zur Jahreszeit und verleiten dazu deren Stimmung zu genießen. Eine kleine Auswahl an Albenempfehlungen zum Sinnen, Träumen und Entspannen.

Swanlights von Antony & The Johnsons

Der Wahl-New Yorker Antony Hegarty überzeugt mit seiner außergewöhnlichen Stimme auch in seinem vierten Album. Ruhig, zart, teils sogar gehaucht singt er seine balladenhaften, melancholischen Songs. Sehnsuchtsvoll und träumerisch sind die etwas schwebenden Stücke, gespielt von Klavier, Streichern, Bläsern und vereinzelt Perkussion. Swanlights ist keine klassische Popmusik, sondern enthält Elemente aus Folk und Jazz. (Beggars/Indigo) … weiterlesen

7 November, 2010 Kein Kommentar

Le Fly und der Kelch der Liebe

von Meike Krauß

Foto: Le Fly Pressebild

Vor, während und nach dem Konzert in Der Röhre sind Le Fly nicht im Backstageraum verschwunden. Sie verkauften ihr Merchandise, halfen beim Umbauen oder rauchten vor dem Club. Dort traf Autorin Meike Krauß den Schlagzeuger Robert für ein kurzes Spontaninterview.

Wie ist euer Kontakt zu Das Pack zustande gekommen?

Wir mögen Das Pack, wir lieben Das Pack! Man hat sich immer wieder getroffen. Letztes Jahr haben wir gemeinsam auf dem Rockspektakel gespielt und danach lagen wir uns in den Armen. Dann haben wir uns in der Markthalle (in Hamburg) wieder getroffen; da saßen wir draußen auf einem Gitter, haben geraucht und so lief das.

Habt ihr schon einige lustige Geschichte auf der gemeinsamen Tour erlebt?

Oh ja! Gestern war wunderschön. Da haben wir uns einen Kelch der Liebe organisiert und daraus Getränke zu uns genommen. Der wurde immer im Kreis rumgereicht, so hippiemäßig. Dann sind wir alle eingeschlafen und Arm in Arm aufgewacht.

Alle zusammen in einem Bett?

Ja, ich hab mit Bastus (Bass) in einen Bett geschlafen. Wir sind sowieso dafür, dass sich die Leute mehr in den Arm nehmen. Deswegen machen wir überhaupt Musik: Für mehr Liebe auf der Welt.

Eure Heimat ist Hamburg, aber wie gefällt dir Stuttgart?

Och, ist schon ein ganz nettes Plätzchen hier. Ich hab auch eine Freundin hier in der Nähe. Und das Essen ist klasse. Wir machen morgen ein großes Spätzleessen. … weiterlesen

2 November, 2010 Kein Kommentar

Mannigfaches Kulturleben

von Alexander Schmitz

Foto: LIFT/Ronny Schönebaum

Über 70 Veranstaltungsorte haben am Samstag Besuchern der stuttgartnacht ein vielfältiges Kulturerlebnis geboten. Ob Tanz, Party, Film, Theater, Lesung oder Führung, für jeden war etwas dabei. Sieben Stunden lang lud Stuttgarts Kulturszene zu Entdeckungen ein.

Rhythmische Klänge von Berimbau, Trommeln und endloser Gesang im Erdgeschoss des Stuttgarter Rathauses: Capoeiristas der Gruppe Arte National des Vereins brasilianischer Kulturen Stuttgart präsentierten artistisch den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Afro-kolumbische Folklore in Tanz und Gesang zeigte das Ensemble Tambora im vierten Obergeschoss; dieses Jahr das erste Mal begleitet von der Livemusik der Band Manduco. Interessierte Besucher konnten sich von der argentinischen Karikaturistin Marlene Pohle porträtieren lassen.

Im Plenarsaal des Landtags konnte der stuttgartnacht-Besucher anstatt politischer Debatten Werbespots unter dem Motto „Werbefilm – in und um Baden-Württemberg“ verfolgen. Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg spielte eine Mischung aus aktuellen Werbespots und historischem Filmmaterial. Entlang der 136 Meter langen Installation „Stuttgarter Weg“ des Bildhauers Robert Schad, die normalerweise die Mitglieder des Landtags auf ihrem Weg zum Abgeordnetenhaus nutzen, konnten am Samstag auch Besucher gehen. … weiterlesen

24 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Leilanautik – Unser schöner Realismus

von Clara Dupper

Leilanautik – dahinter verbergen sich die vier Hamburger Martin, Stephan, TC und Florian, die seit 2005 zusammen Musik machen. Momentan sind sie auf Deutschlandtournee.

Anfang Oktober ist ihr zweites Album „Unser schöner Realismus“ erschienen. Alle elf Titel singt Leilanautik auf deutsch. „Gib! Nicht! Auf!“ äußert Kritik an der Gesellschaft, den Menschen, die „unsere Bäume fällen“ und „unser Geld verbrennen“. „Wir klettern über Zäune, verfluchen diese Welt“, animiert, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren. Der Song „Lieblingsgeschichten“ erzählt aus dem Leben. Textzeilen wie „Lieblingsgeschichten enden niemals wie sie sollen“ oder „Lieblingsgeschichten schreiben Worte in dein Herz, wo sie dann wohnen, oft spürst du sie am Werk“ erinnern an Geschichten, die ein Jeder schon erlebt hat.

Die Musik der vier Hamburger bezieht den Zuhörer ein, gibt ihm aber dennoch genug Freiraum für dessen eigene Phantasie. Träume und Sehnsüchte inklusive. Die Mischung aus Instrumenten wie Schlagzeug, Gitarre, Bass und Gesang machen den Stil von Leilanautik aus. Der Visions-Autor Oliver Uschmann schrieb über ihr erstes Album „Bunte Jahre“: ,,… der gute, schnörkellose Song, der dich versonnen macht und lächeln lässt. Sehr licht, sehr transparent, sehr musikalisch.“ Das gilt auch für das neue Album. Wer auf einfache und gute Musik steht, die uns nachdenken lässt, dem wird „Unser schöner Realismus“ gefallen.

Unser schöner Realismus
20 Oktober, 2010 Kein Kommentar

Fanta-Party in 3D

von Meike Krauß

Symbolfoto: Thomas D. von den Fantastischen Vier auf dem Open Flair Festival - Foto: "Matthias Rogat" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)

Smudo sieht mir direkt in die Augen und rappt seine Textzeilen nur eine Armlänge weit entfernt in sein Mikrofon. Der nackte Oberkörper von Thomas D. vibriert im Beat so nahe, wie man sonst nicht kommt, und And.Y hält mir eine Rose ins Gesicht.

Nur schade, dass ich eine schwere rote Brille tragen und Popcorn mampfend im Kinosessel sitze muss um das erleben zu können. Nehme ich die Brille ab verschwimmt das Bild vor mir.

Ich bin dabei, als die Fantastischen 4 die „erste Europatournee an einem Abend“ (Thomas D.) spielen. Als Pilotprojekt wird ihr Konzert in 3D Kinos live übertragen. Zu sehen ist das in fünf Ländern Europas. Insgesamt können so etwa 30.000 Fans das Konzert miterleben. Zumindest können sie es sehen, denn um es zu  erleben war das Kino nicht geeignet. Schon nach dem zweiten Song gab es „lauter“ Forderungen aus dem Publikum in Stuttgart. Wo ist der Bass zu dem Thomas D. bei seinem Solostück „Krieger“ abgeht? Die Bühne ist in grünes Licht getaucht, das Mikro wird rot angestrahlt und die ernsthaften Textzeilen tönen aus dem Lautsprecher. Warum habe ich keine Hände im Gesicht als Smudo dazu auffordert seinen Namen zu schreien und wie im Gospelchor zu winken, um das Lied „Smudo in Zukunft“ anzukündigen. Wie schaffe ich es „YeahYeahYeah“ zu überstehen ohne einen einzigen Schweißtropfen auf der Stirn zu haben? Die Antwort ist: Ich bin  nicht dabei. Die Stimmung aus der Konzerthalle schafft den Sprung in das Kino nicht, auch wenn die vier immer wieder in die Kamera zwinkern, singen und grinsen. … weiterlesen

2 Oktober, 2010 Kein Kommentar

One Republic in Stuttgart

von Clara Dupper

Ryan Tedder - Foto: Clara Dupper

Die Namen Ryan Tedder, Zach Filkins, Eddie Fisher, Drew Brown oder Brent Kutzle, sind für viele Menschen unbekannt. Songnamen wie „Apologize“ oder „Secrets“ kennt die Mehrheit jedoch. Die Rede ist von der US-amerikanischen Pop-Rockband „One Republic“. Ryan Tedder und Zach Filkins, der spätere Gitarrist der Band, gründeten sie 2002. Der Frontman, Gitarrist, Pianist sowie Songwriter der Band ist Ryan Tedder. Mit zwei Millionen verkauften Alben sowie acht Millionen verkauften Singles hat „One Republic“ mittlerweile bewiesen, zu was sie fähig ist. Der Weg dorthin war jedoch harte Arbeit und nicht schlagartig, wie es Außenstehende teilweise wahrnehmen. Alleine ihre Leidenschaft zur Musik sowie ihr Fleiß haben sie zu diesen Verkaufsrekorden geführt. Eine gute Gelegenheit sich selbst davon zu überzeugen war das Konzert, das sie im Rahmen ihrer Deutschland-Tour im Theaterhaus in Stuttgart gaben.

Als Vorband haben sie die Künstler James O’Neill und Martin Kelly aus Glasgow dabei. Ausgestattet mit Gitarre, Schellentamburin (ein Schellentamburin ist eine einfache Rahmentrommel, die meist aus einem mit Fell bespannten Reif besteht. Dieser ist mit paarweise angeordneten gewölbten Metallplättchen besetzt.) und ihrer beeindruckenden Stimme, lauscht das Publikum ihren ruhigen Gitarrensongs. Melancholische, einprägende Lieder und Melodien sind neben dem Aussehen der zwei wohl auch der Grund wieso viele Konzertbesucher der Einladung der Beiden zum späteren Gespräch in der Lounge des Theaterhauses folgen. … weiterlesen

24 September, 2010 1 Kommentar

„Trockensack rein und ab in den Schrank.“

von Fabienne Kinzelmann

Foto: Simon Anhorn

Backstage-Räume mitten in einer ehemals königlichen Residenz. Die Bühnenoutfits hängen direkt am barocken Treppenaufgang: Kurz vor ihrem Auftritt beim KSK Music Open im Ludwigsburger Schlossinnenhof haben sich DJ Chino, Johnny Strange und Don Cali von Culcha Candela mit Noir-Online-Autorin Fabienne Kinzelmann und Fotograf Simon Anhorn zum Interview getroffen und redeten über nacktputzende Busfahrer, ihre Trocken-Sack-Beauftragte und warum sie nie jammern.

Im Nebenzimmer haben wir eben, als wir auf euch gewartet haben, eine Art Schrein entdeckt. Wem gehört der?

(Durcheinander) Uns. – Mir! – Was für einen Schrein? – Keine Falschmeldungen, Leute. – Okay, ihm gehört er auch.

Johnny Strange: Er gehört uns allen. Ist sozusagen unser ständiger Begleiter. Überall wo wir hingehen, geht auch der Schrein hin – Wir haben den Schrein von BAP gesehen, der schon 30 Jahre Historie in sich trägt und davor waren wir sehr ehrfürchtig.

Mit was wird er erweitert?

Man kann schon fast sagen: Unrat. (lachen) Diverser Schrott. So Souvenirs und kleine Andenken an Orte, an denen wir waren. Witzige Sachen, einfach Erinnerungen.

Was ist dann so das coolste Souvenir, das darin ist?

(überlegen) Hmmm … … weiterlesen

21 September, 2010 Kein Kommentar

Aktuelle Print-Ausgabe (NOIR 19)

Nachbarn kann man sich zwar nicht aussuchen, aber man kann ihnen begegnen. Und das tun wir von den unterschiedlichsten Seiten: Wie leben Nachbarn in Andalusien, im Nahen Osten, im Klassenzimmer? Außerdem geht es in der NOIR um Hamster-Missverständnisse, Streber-Opas und plötzlichen Postboten. Ihr lest von den Kriegsnarben in Bosnien-Herzegowina und zwei Studentinnen, die spontan im Westjordanland einen Dokumentarfilm gedreht haben. Besser nicht verpassen.
Viel Spaß beim Lesen! »

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